Ausgabe 
14.7.1798
 
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stellt Vergleichungen an, er entdeckt die Verstellung und fein Zustand wird schreck­lich/ wenn er Gleichgültigkeit wadrmmmt, wo er Theilnahme erwartete. Denn scharf ist der Blick des Kranken in solchen Fal­len/ ein unerwartetes Stillschweigen , ein Achselzucken , fahrt wie ein elektrischer Schlag durch alle seine Nerven, die we­nige Hofnung verschwindet/ die reden-- kräfte werden widernatürlich heftig ange­strengt/ oder sie werden schnell unterdrückt und die Folge davon ist/ Beschleunigung des Todes. O! ihr Spötter und Ver­ächter der Aerzte/ kommt und zieht m sol­chen Fällen d»e Gränzlinie zwischen reden und Tod ohne die Fassung zu verlieren/ und macht dem Arzte/ der dieses mit männ­licher Starke und mit Derückstchtigung aller Umstände thun kann oder aus Grundsä­tzen unterläßt , seine Größe nicht streitig.

Aeusserst behutsam muß der Arzt bey allen Kranken seyn, wo die Zerrüttung de- Körpers und die gänzliche Unmöglichkeit lange leben zu können , sehr langsam fort- schreitet. Gewöhnlich haben diese Kran­ken bald schlimme , bald erträgliche Stun­den , sie sind daher bald niedergeschlagen und trostlos, bald heiter und hofnung-- voll/ sie tragen ihre leiden zuweilen Mit der größten Geduld und Standhaftigkeit, werden aber oft durch die geringste Ver­anlassung muthlos und zweifelsuchtig und schnell / ehe man eS erwarten konnte/ schel« uet ihnen die Sonne der Hofnung in vol­lem Glanze. Hier ist die Hofnung ein wahrer Balsam der Leben-.

Charaden

zur Unterhaltung müstger Stunden und zur Uebang des Verstandes.

13, Hin Wort von drei Silben. Die erste bedeutet eine Zahl, die beyven letzter» etwa- / wodurch man zwei von einander getrennte Gegenden verbindet/ das Ganze ist her Name einer Stadt in Deutschland,

14. Ein dreysylbkgeS Wort. Die erste ist ein Glied de» menschlichen Körper»/ v e zwey letztem bedeuten eine Art von stigungswerkzeugen, da» Ganze ist etwas, da» den höchsten Schmerz verursacht.

15. Ein Wart mit vier Sylden. Die zwey ersten sind eine Eigenschaft/ die zu­weilen die Haare haben; die zwey letzter» bedeuten ein öffentliches Haus, wo es viel Geld giedt. Das ganze ist der Rame ei­nes wohlriechenden Krauts.

Bekanntmachung.

Dienstag den 24ten dieses Nachmittag- 2 Uhr sollen auf dem Universität- Cvllegge- bäude mehrere Weibskleider / Bettung, Weiszeug, auch einigerHausrath von Holz, Eisen u. d. gl. öffentlich gegen baare Bezah­lung verstrichen werden , welche- allenfall- sigen Liebhabern bekannt gemacht wird Gießen am 12. Jul. 1798»

Gottesvienst'am lz Iutti.

In der St. Pancratiuskirche. Mor­gens Herr Profestor Palmer. Nachmittag- Herr Superintendent Müller.

In der Burqkirche. Morgen- Herr Pfarrer Buff. Nachmittag-Herr Kandi­dat Soldan.

Morgen den 15. Juli« hat da- Frisch­backen Herr Rathsschöff Kempf, in der Wallpförter Straße. ,

Ein- und Auspasstree.

vom 2 Jul. bis den 12 Jul. r

Herr Hauptmann v. Unger, in Furstl.

Hessen Easselischen Diensten.

Herr Cawmerrath Stahl au» Westpha­len , Hr. Oberappellation» Rath Meiling, von Cassel und Herr Graf von Oppersdorff

von Cölln. , . , . -

Herr Cammerrath Oehnng v. Darm­stadt, loqirt bey der Frau Obrist Müller. ' V. R-»S S.Ä. Man»«.

Herr