Ausgabe 
13.1.1798
 
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der zu frühen Verschwendung dieser Kräfte, liegen am Tage. Jetzt hört man um die Zeit auf, wo jene anfingen, und einer der rvichtigstcn Reitze zur Würzung des Ledens ist für sie auf immer verlohnen. Die Ent­haltsamkeit ist die Schule, in der sich der Jüngling üben und zum starken Mann bil­den sollte. Man vermeide also den auf* serehelichen Umgang mit dem andern Ge­schlecht , und verspüre diesen Genuß biö zur Ehe. Diese Rege! ist von mehrern gu­ten Folgen. Man lebe dargegen mäßig; mache sich starke Bewegungen ; man be­schäftige den Geist mit mehr ernsthaften ab­strakten Gegenständen; man vermeide alle-, rvaS die Phantasie erhitzen und ihr die Rich­tung auf Wollust geben könnte; man denke sich immer die Gefahren und Folgen der Ausschweifungen recht lebhaft, sowohl im moralischen, als physischen; man denke an seine künftige Geliebte und Gattin und an die Pflichten, die man ihr schuldig ist; man vermeide die erste Ausschweifung der Art.

Multa hilft, fecitque puer, fudavit et alfit, Abftinuit vcnere et vino.

In diesen Worten liegt wirklich das Wesentliche der Kunst, sich in der Jugend Kraft und Lebensdauer zu verschaffen. Es stnd wenig Tugenden, die schon hier auf Erden so reichlich und ausgezeichnet he«- lohnt würden, als diese Enthaltsamkeit. UeberbieS hat sie noch den Vorzug, daß sie, indem sie zu einem glücklichen Ehe­stand geschickt macht, zu einem neuen Er­haltungsmittel des Lebens verhilft.

V. Glücklicher Ehestand.

Es ist eines der schädlichsten und fal­schesten Vorurtheile, daß die Ehe eine bloS politische und konventionelle Erfindung sey ES ist vielmehr eine feste, heilige Verbindung zweier Personen von verschie-

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denem Geschlecht zur gegenseitigen Unter­stützung , zur Kinoererzeugung und Erzie­hung, Unb in dieser innigen Verbindung liegt der Hauptgrund häuslicher und öffent­licher Glückseligkeit. Die süßen Vatersor- gen legen wm Pflichten auf, die seinen Xjeritanb un Ordnung, Arbeit und ver­nünftige Lebensweise gewöhnen. Glück­liche Ehen sind di- wichtigsten Grundfesten des Staats und der öffentlichen Ruhe und Glückseligkeit. Ein dlnverehelichter wird mehr von Leidenschaften beherrscht, rceni» ßer für Menschheit, für Vaterland und Staat, als für sich stlbst interessirt.

Mn Recht verdient der Ehestand un» ter den Verlängerungsmitteln des Lebens einen Platz: denn i) er ist das einzige Mit- tel, um dem Gefchlechtstried Ordnung und Stimmung zu geben; 21 die Erfahrung sagt uns: alle, die ein ausgezeichnet ho­hes Alter erreichten, waren verbenathet; 3) die ehelichen Freuden sind der physischen und moralischen Grsundheik am angemrs- sensten, und fonnenba? Gemülh am gc- wissesien in jenem glücklichen Mittelton er­halten , der zur Verlängerung des LebenS der pvrlheilhafteste ist. Dazu nun die zo.ite Wartung und Pflege, die kein ande* res Verhältnis in der Welt für die Dauer so versichern kann, als das eheliche Band. 4) Als Kinder fangen wir an, als Kin­der Horen wir auf. Wir bedürfen nun W. wieder Eltern, und welche weife Einrichtung 's wir finden sie wieder in un- serll Kindern. Der Hagestolz sucht ver- gebens durch gedungene Hülfe, sich die Stutze und Sorgfalt zu verschaffen, die nur das Werk des Naturtriebe undNatur- bands fcpn kann.

Der Verfolg künftig.

Bekanntmachung r>oti verschiedenen Sachen.

i) Der Kaufmann Klaus Albert aus Hannover, ist am verwichenen Neujahrs­tag