Ausgabe 
13.1.1798
 
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Nr* IL 13-Januar. 1798»

Giesser Jnttsligenzblatt.

Von der praktischen Rnnst das Leben za verlängern.

(Auszug aus Hufeland.)

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II. Vernünftige physische Erz le-' hung.

Verfolg.

4) Man strenge die Seelenkräfte nicht zu frühzeitig zum Kernen an. Die» scha­det nicht nur an sich , sondern auchin Rück­sicht des Sitzens Robuste Körper ver­tragen jedoch etwas mehr, als schwäch­liche. Die Kinder sind an die Denkübun­gen im freien mit vielen Vortheilen zuerst zu gewöhnen

5 In dieser Periode gehört nun auch noch ein für die physische Erziehung äusserst wichtiger Punkt: die Verhütung der Öna- nic, oder besser: die Verhütung des zu früh« zeitigen' Erwachens dek Geschlechtstriebs. 5)1? bellen Mittel dagegen sind: s)Man gebe vom'Anfa, ge an keine zu rechende, starke, nahrhafte Diät; das kalte Waschen; der G'nuß der freien Luft; die leichte Beklei­dung, besonders der Geschlechtstheile; c) man lasse nie auf Federn, sondern nur auf Matratzen schlafen, Abends nach ei­ner tüchtigen Bewegung, also recht müde, zu Bette gehen und früh auffleben. d) Man lasse täglich hinlängliche Mu-kukar? bewegung machen, damit der natürliche Kraftvorrath verarbeitet und verbreitet werde. e)Man strenge die Denk- und Empfindungskraft nicht zu früh, nicht zu sehr an, denn auch der Körper wir- da­durch empfindlicher. f) Insbesondere verhüte man alle Reden, Schriften und

Gelegenheiten, die dieseJd-e in Bewegung setzen. Vor dem rchten Jahre batf einem Kinde vom Zeugungsgeschäfte nichts gesagt werden. g) Man sey äusserst aufmerk­sam auf Kindermogde, Domestiken, Ge­sellschafter , daß diese nicht den ersten Keim zu ö'-efer Ausschweifung legen. b) W nn aber demohnqeachtet jener unglück­liche Trieb erwacht, so untersuche man, ob es nicht vielmehr Krankheit, als Un­artist. Dahin gehören Wurmreitz, Skro­feln o*^ r Gekrösdrüftnverhärtungen, auch Vollblütigkeit des Unterleibes, von reis tzendcr Diät, oder vom Sitzen.

IH. Thätige und arbeitsame Jugend.

, Alle, die ein hohes Alter erreichten, führten ein thatiges Leben. Eine solche Jugend wird die Grundlage zu einem lan» flen und festen Leben, auf eine doppelte Art, theils indem sie dem Körper jenen Grad von Festigkeit und Abhärtung qiebt, der zur Dauer nothwendiq ist; theüs, in­dem sie dasjenige möglich macht, was hauptsächlich zum G-ück und zur Länge des Lebens gehört, tat Fortschreiten zum Bessern und Angenehmem.

IV. Enthaltsamkeit von dem Ge­nuß der physischen Liebe in d e r Jugend und äusser der Ehe.

Es wareine Zeit, wo der teutsche Jung, ling nicht eher an den Umgang nut t:m andern Geschl cht dachte, als im 24 25 Jahre und man wüste nichts von schädli. chen Folgen dieser Enthaltsamkeit, die man sich jetzt träumt. Die Folgen, von der