Ausgabe 
10.11.1798
 
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ren sie in meinen Augen mehr von ihrer anscheinenden Schädlichkeit.

Jedes Gift in der Natur hat sein Ge­gengift , folglich gtebt es kein eigentliches Gift. Zwei gleiche Gifte entkräften sich gegenseitig. Eben diese Beschaffenheit hat es mit den Uebehl der sittlichen Welt, auö Der Unvollkommenheit des Menschen, aus feinem eigenen Schooße entspringen seine Leiden; allein die wvhlthätige Fursehung legte auch in seine Seele die Mittel, jene Leiden zu schwächen, und sie unwriksam zu machen. Alle scheinbaren liebel schlief-» fen den unentwickelten Mutteckeim zu ir­gend einem Guten in sich, der durch Wir­kungen und Veranstaltungen der Provi- Venz durch besondere Lage und Direction der Schicksale hervor gelockt, zum Nutzen des Menschen aufblühet und hervor reift, Ueberdem dünkt mir, ist noch nicht un­fehlbar entschieden, welches wohl eigent­lich Vorurtheile sind; die Meinungen hierüber sind noch zu sehr getheilt , die Begriffe von der Eigenthümlrchkeit der­selben zu schwankend. Ich m.yne hier diejenige Klasse von Vorurtheilcn, wel­che der feinen gebildeten Welt eigen sind nicht jene Volksmeynmrgen, die aus krasser Unwissenheit entspringen; ist nicht dem starken Geist alles Vorurtheil? Hat nicht der Philosoph, der Staatsmann, jeder seine ihm eigenthümliche Erklärungs­art über diesen Streitpunkts Und halt nicht die Welt vieles für Vorurtheil, das nichts weniger, als vorgefaßte Meynung ist? Denn, ist es nicht sehr wahrschein­lich, daß sich vieles in der Welt anders ver­hält, als es wahrscheinlich ist, und wovon unsre Philosophie sich nichts träumen läßt?

Allein, diese Erklärungssucht von un­erklärbaren Dingen, dieses stete Bestreben, alle- aus der Natur herzuleiten, ist eine Schwachheit unfereL fo hell seyn wollenden Dtttnnium-, und hat fo manchem sonst

feinen Kopfe, der die Begierde hatte, No­vitäten zu sagen, (new um audax, et in« dictum oreaiio,) Ungereimtheiten sagen, gemacht.

Vorurtheile gehören unter die Zahl derjenigen Mittel, die durch den Zweck, den die Vorsehung dabei beabsichtigt, ge­heiligt werden, denn bringen sie nicht die Leidenschaften des Menschen in daö gehö­rige Spiel ? locken sie nicht seine Spon- tanäität hervor?

Ja sie sind die wohlthatigen Beding- nisse mit zu unftrm Glücke, sie sind ein Schutz, ein nothwendiges Ferment für menschliche Tugenden, die fönst nicht cul* tiviret werden könnten, die ihren eignen Zirkel haben müssen, wo sie gleichsam zu Hause gehören, deren Hauptstütze Mey- nungen sind.

Der Verfolg künftig.

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Bewährtes Mittel, Die Zähne von In, genD auf bis ins hohe Alter zu er­halten, auch bei vorfaUenven Schmer­zen ohne Zahnarzt zn kuriren, noch ' einen Zahn ausreisien zu lassen.

Ein Theil Raute und zwei Theile Sal­bei zusammen eine gute Handvoll. Hier­über ein halb Maas Wasser gegossen, und bei gelindem Feuer langsam sieden lassen. Dieses Wasser wird sodann zum Gebrauch allezeit ein wenig warm gemacht. Ee kann 14 Tage und länger aufbewahrt werden.

Mit diesem Wasser wird der Mund nebst den Zähnen 2 bis zmalausgewaschen. Es präferviret zugleich den ganzen Mund und das Zahnfleisch wider alle Fäulnis, erhält die Zähne fest, und bewahret vor Flüssen und Zahnschmerzen. Wobei zu beobachten:

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