Ausgabe 
8.12.1798
 
Einzelbild herunterladen

Nr. xxxxix. s. Decembr. 1798.

Giesser Jntelligcnzblatk.

Die rlchtigske und nurbarste Anlegung und Wartung des Spargels.

Verfolg.

§- 5-

Anweisung jur Anlegung der Pflanzen.

Zu einer neuen Spargelanlage sind zwey)ährige Pflanzen oder Wurzeln die dienlichsten; in deren Ermangelung man sich auch der einiährizen und dreyzahrigen, nur keiner älteren, bedienen kann. Die benölhrgte Anzahl, man rechne nem- lich auf jeden Pfahl eine gute vollständige Pflanze, und zulezt einige überall,, um damit die etwa beim Transport beschädig-, ten zu ersetzen; verschrelbe manschen vm Februar, damit sie zurrechten Zeit ab- aesandt werden, und zur Stelle kommen können. Sobald man sie erhalten hat, packe man sie aus, und puze sie ab ; das heißt: man schneide mit einem scharfen Messer die beschädigten, angefaulten und allzulangen Wurzelspitzen glatt weg. Ist nun die Luft feucht und die Erde schmie­rig , folglich zum Einlegen ungeschickt, weil dann die Wurzeln leicht schimmlicht werden und verfaulen: so schlage man sie nur gleich im freien Lande an einem geschützten Ort flach in die Erde dicht an einander ein, bis eine heitere Merzluft, und die abgetrocknete Erde zur Ausfüh­rung der kunstmäsigen Anlage winkt. Sollte aber die Witterung oder Erde im Merz zu feuchte seyn, so kann man die Verpflanzung auch ohne Gefahr bis im April au-setzen.

Alsdann werden dicht an den Pfäh­len mit der Spade Locher gegraben; und

zwar, wenn dasBeetS'rd und Nordwärts liegt, am besten an der Südseite; liegt- aber Ost und Westwärts , an her Ostseite deö Pfahls. Das Loch bekömmt drewiertel bis einen Fuß oben im Durchschnitt, und wird eben fo tief. Sind drei Linien aufs Beet bestimmt: so mache man, der Be­quemlichkeit wegen, die mittelste zuerst fer­tig. Die ausgegrabene Erde lege man aufs Beet neben den Löchern hin.

In jedem Loche wird von der untern Erde, im Fall sie locker und gut ist, sonst von anderer guten herbeigebrachten, ein kleines Häufchen, wie ein Maulwurfs­haufen gestaltet, unten an der Seite des Pfahlsangezogen; doch so, daß die Spitze des Häufchens reichlich einen halben Fuß dis acht Zoll niedriger, als die Oberfläche des Beetes ist, damit die darauf gelegte Pflanze gehörig tief zu liegen komme. Auf jedes dieser Häufchen wird eine starke, oder höchstens zwei mittelmasige Pflanzen, die vorher beim Abputzen für völlig frisch und gut erkannt worden sind, so aufgelegt, daß die Wurzeln, ohne sich zu krcutzen, zu allen Seiten deS Häufchens in gleicher Entfer­nung , wie Speichen eines Rades, herab­hangen. Kleine, schwache und allzusehr beschädigte Pflanzen werfe man lieber ganz weg, oder lege sie als überflüssig auf den Ecken des Beetes aufs gerathewol ein. Fände sich an einer großen schonen Pflanze, die man ungerne cassiren möchte, oben bei den Keimen eine Verletzung , so schabe man zu»- Verhinderung der Fäulnis, etwas Kreide auf die Wunde, und drucke sie mit einem Finger etwas an.

Der Keim der Pflanze muß voll fünf biß sechs Zoll tief, nachdem die Erde we­niger