Ausgabe 
1.12.1798
 
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nie kein herauskommen. Auch ist das Reolen nöthig, um die untere alte nahr­hafte Erde, die den Wuchs des Spargels ungemein befördert, herauf, di? erforder­liche Dünge hingegen in der rechten Tiefe hinunter zu bringen.

Ist der untere Bod.n locker und frucht­bar , so wäre die schicklichste Tiefe des Reo- lens , zwei Fuß. Wo aber Vie untere Erde schlecht und unbrauchbar seyn sollte, da kann man das Reolen auch auf ein und einen halben Fuß einschranken. Daß die Spargelwurzelw, wie einige neuere Schrift­steller behaupten, nicht diese Tiefe erreichen würden, mithin auch deswegen das Reo- len uunütz wäre; wird bei genauer Unter­suchung eines jeden alten Spargelbeetes, das gute lockere Erde in der Tiefe hat, durch den Augenschein widerlegt werden. Daß aber in einem harten festen Boden die Wurzeln nicht tief gehen, glaube ich gern.

In den nun, zur Abstcht des Reo- lenS, schon im Herbst, oder bei gelinder Witterung im Winter, gegrabenen ersten, zwei Fuß tiefen, und' drei Fuß brei­ten Graben wi--o die nächstunliegende (unreine) Oberfläche der Erde, etwa einen halben Fuß dick zuunterst hineinge­worfen ; oben drauf eine wenigstens einen halben Fuß dicke Lage verfaulte, wenig­stens den Sommer über gelegene Dünge hineingethan, und endlichdie aus dem näch­sten Graben noch übrige i r/r Fuß tiefe Erde vollends darauf gelegt. Auf diese Weise fährt man fort bis an den lezten Graben, der dann mit der aus dem er­sten hingebrachten^Erde auch fo umgekehrt angefüllt wird. Bei einem feuchten oder etwas schweren, mit Leim vermischten Bo­den, wäre blos Pferdedünge die nützlichste, wett diese trocken und hitzig ist; dagegen bei einem sandichten, trocknen , magern Lande die fette nahrhafte Kuh-Ünge jweck- mäsiger seyn würde.

Bei einem an sich selbst recht guten, fruchtbaren Gartenboden aber kann, und bei geringem Düngevorraty muß, bei dem Ariwand der Dünge, ökonomisch erspart werden. Sie aber ganz fehlen zu lassen, wie gleichfalls in neuern Schriften em­pfohlen wird, (vermuthlich, weil bei ei­nem natürlich guten unbedüngten Land in den ersten Jahren feine Abnahme des Wachsthums ist gespürt worden,) gereicht sicher gerade zur Schwächung des Wuch.» fts und der Dauer des Spargels. Wenn irn Gegentheil die Spargelwurzeln, nach­dem sie in der untern Erde von Anfang an enthaltene ihnen zuträgliche Nahrungs­safte beinahe erschöpft haben, nun mit ih­ren Spitzen, die alsdann erst völlig auf- geloßte Dünge erreichen , und allda einen neuen Vorrath belebender Säfte an sic- ziehen: so wird ohnfehlbar ein frischerer, größerer Wuchs der Sprossen auch hier den nothwendigen Unterschied zwischen ei­nem bebüngten und unbedüngten Lande zeigen, und dem, der seinen Spargelbee­ten die masige untere Bedüngung bei ihrer Anlage nicht vorenthalten hat, für seine gastfreie Bewirthung durch eine reichere Ausbeute reichlich schadlos halten. Und ein jeder will doch wol seine Spargelbeete gern recht viele Jahre nutzen, und alle Jahr recht große Spargel stechen ? Eine sehr wolfeile, nährende und vortheilhafte Dunge br»m Reolen des Spargelfeldes, ist das billig von einem ökonomischen Gar­tenfreunde iährlich auf einen Haufen ge­sammelte Unkraut, Stroh von Erbsen, Bohnen , Hopfen , Wurzeln und anderer Abfall im Garten , nachdem es zuvor etwa viermal im Jahr umaestochen, und völlig verfault ist,

o L . § 4- Zubereitung der Beete.

Wenn man nun die Spargelbeete an- ltgen will; wozu besonder-eine trockne Luft und