Nr. XXXXV11L . r.Deccmbr. 1798.
Giesser Jnttlligcnzblatt.
Die richtigsle nnd nuzbarste Anlegung und Wartung des Spargels.
Verfolg.
§. '2.
Die zur Anlegung des Spargels bequemste Zeit und dienlichste Erde.
Die rechte Zeit, neue Spargelbeete aus Samen oder Pflanzen anzulegen, hängt gröstentheils von der Beschaffenheit der Erde ab. Bei einem sandichten, trocknen und lockern Boden ist der Herbst, und zwar der October, bei einem festem, etwas leimichten oder feuchten Erdreich hingegen , so wie überhaupt bei jedem guten Boden , da» Frühjahr, und zwar für Samen der Februar, für Pflanzen aber der Merz, die passendste und beste Zeit. Die erstere Art des Boden» ist der lezteren allemal vorzuziehen. Ueberhaupt aber wird hierbei beiden Arten, wie jeder von selbst einsehen wird, eine an sich fruchtbare, gute Gartenerde vorausgesetzt. Von der innern, eigenthümlichenGüte deS Bodens überzeuge man sich durch die Beurtheilung des star- sern oder schwächern Wuchses der bisher darin gewachsenen Gartenpflanzen; verglichen mit der genossenen BedüngungS « und Behandlungsart sowol, als mit der Natur der Pflanzen selbst' Je mehr das Resultat hievon, des Bodens eigenen Werth erhebt, mit desto mehrerer, sicherer Hofnung eines guten Erfolgs wähle man ihn zum Spargelbau. Auf eine von Norden gegen Süden etwas abhängige, son- nenreiche und gegen die rauhen Nordwinde durch Hecken, Planken re. geschützte Lage, hat man ebenfalls Rücksicht zu nehmen.
§• 3-
Zubereitung des Spargellandeö.
Das also für den Spargel bestimmte Land muß zuerst reolt werden , hauptsächlich um die Erde für die tiefgehende Spargelwurzeln auch in der Tiefe locker zu machen. — Zwar sind die Spargelwurzeln vermöge ihrer spizigen Enden im Stande, sich wie ähnlichgestaltete Quekgras- oder Hopfenwurzeln u.dql., selbst in einem harten, festen Lande durchzudohren. DieS wacht aber da» Reolen für sie gar nicht überflüssig. Denn, so gewiß das Quek- gras, oder der Hopfen und andere Pflanzen mit zugespizten Wurzeln, doch allemal in einem lockern Boden muthiger und gai- ler , wie in einem harten Boden wachsen, so gewiß auch der Spargel. Dies zeigt ohnehin die Erfahrung. ES ist daher, wenn man recht vollkommnen Spargel wünscht, ( und dies wünscht doch wol ein jeder) auch nöthig , ihm die möglichst vollkommenste Pflege zu geben. Und dennoch findet man in einigen neuern Gartenbüchern dieses von den Alten so richtig em- pfohlne Reolen, als unnöthig angeführet. Ich gebe gerne zu , daß manche einzelne Spargelpflanze in einem festen Boden, an Mauren, Hecken oder Gängen recht groß gefunden worden sey. Dies rührt aber nicht von der Festigkeit und Harte, sondern vielmehr von der vorzüglichen Nahrung einer solchen alten Erde her. — Der fernere Zweck des Reolens ist, daß das in der Oberfläche Ttroa befindliche wuchernde Unkraut in die Tiefe verscharret, und dadurch erstickt werde. Sonst wüste es mit vielem Zeitverlust beim Umgraben mühsam ausgelesen werden, und würde doch nie


