Ausgabe 
30.9.1797
 
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) T55 (

fi Schaffe die gemeine Unart in dei* nein Hause av, daß man im Winter so wütyend einhrizt.

g) kapiere nie, lasse nie zu Ader, und brauche nie eine Arznei, als wenn du wirk­lich krank bi fr, und dir dein Arzt da» eine oder das andere verordnet.

9) Arbeite fieisig, nähre keine heftige Leiden,chaflen, als Zorn, Haß, Geiz, Neid rc. schweife nicht aus mit Weibeper« fönen , fty immer heiter unv vergnügt, lebe tugendhaft und'bete fieisig, und du wirft im Genüsse der besten Gesundheit uralt werden.

Wie man die Gesundheit wieder­her ste11, wenn man krank ist.

Wenn du rntweder selbft krank wirst, oder wenn andere neben dir krank werden, so mußt du folgende Vorschriften des verständigen Hausarztes befolgen:

i) Du bist gewohnt , sobald dir oder den Deinigen etwas fehlt, sogleich zu al­ten Weibern, Quacksalbern, Scharfrich­tern, u d. gl- Leuten, zu kaufen, und dich ihrer Hülfe zu bedienen. Diese Leute sind entweder Betrüger oder Unwissende, die dir mehr schaden, als nützen werden. Eben so gebrauche auch keine Arznei von Tirolern, Thüringern und herumziehenden Aerzten. Daß ist meistens lauter Gift. Wenn dir etwas fehlt, so gehe zu einem bekannten geschickten Arzt, der seine Kunst studiert hat, und ansässig ist, und ge­brauche die Mittel, die er qiebt, .streng nach seiner Vorschrift, sonst helfen sie dir nichts.

2) Die gewöhnlichen Hausmittel tau­gen nichts Der Arjt, der Arzt ,st zur Hülfe da.

3) In dem Z'mmer, wo ein Kranker ist, muß man die arößke Reinlichkeit erhal­ten, die Fenster öfters aufmachen, daß

frische Luft herein kommt, und nur wenig einheizen. Auch das Bett muß immer reinlich bleiben.

4; G.bl keinem Kranken, wie eS manche gewohnt sind, beständig Thee oder Wein, oder gar Brandewein zu trinken. Wasser ist auch da das beste Getränk. Man muß keinen Kranken zum Essen nöthigen, und ihm immer nur einfache, wenig ge­würzte Speisen geben.

5 ) Wenn ansteckende Seuchen herum­gehen , so mußt du nicht zu den Kranken gehen, wenn es nicht seyn muß, indem Hause immer reine Luft erhalten, und mit Essig, herauf einen heissen Stein gegossen wirh, räuchern; auch dich für Eckel und Einbildungen von Gefahren hüten.

6 Im Herbst giebt es besonders Rüh­ren , die meistens aus Verkältung entste­hen , vor der man sich deshalb hüten muß. Wenn man sich bekommt, so muß man sie ja ntcht stopfen , die größte Reinlichkeit be­obachten, besonders oul reifee Obst essen, das das beste Mittel dagegen ist.

7 Wenn du einen Leibschaden hast, so trage cm gutes Bruchband, und hüte dich für aller gewaltsamen Anstrengung deiner Leibeskräfte, und für heftigen Ge- müthsdewegungen.

8 Wenn deine Kinder die Blattern bekommen, so halte sie reinlich, lasse dem Uebel feinen Lauf, und gieb ihnen keine hi­tzigen Dinge zu essen oder zu trinken. Wenn in deiner Gegend ein Arzt ist, -er dir Sache versteht, so lasse von ihm deinen Kindern die Blattern einimpfen, wodurch du die Gefahr des Todes und die Ver­stümmelung ihres Körpers sehr verminderst Der Verfolg künftig.

Bekanntmachung.

Friedrich Christian Schmidtborn, des verstorbenen Pfarrer Schmidtborns zu Hochelheim im Fürstl. Weilburgischen hin­terlaß