Ausgabe 
30.9.1797
 
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Der verständige Hausarzt, von Gott: lieb wohlgemuth.

Gesunde Glieder, muntre Kräfte, O Gott! wie viel sind die nicht werth? Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, Wenn Krankheit seinen Leib zerstör! ? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth?

W i e m a n die G e s u n d h e i t e r h ä l t. Willst du gesund bleiben, so mußt du fol.

gende Regeln beobachten, die der ve» ständige Hausarzt errhkilt:

l) Erhalte in deinem Hause beständig frische und reine Luft. Wir saugen die Luft in uns,'wie Speise und Trank. Ist ste faulend und verdorben, so muß sie uns schädlich werden. Daher sperre die Tou­ren und Fenster deiner Stube und Kam-, wer fleißig auf, halte dieselben reinlich, trockne die Pfltzen und Moräste in deinem Hofe aus. Mache die Miststätte nicht vorS Fenster, und laß keine Unreinigkeit und keinen Gestank überhand nehmen.

2) AuS Unreinigkeiten entstehen viele Krankheiten Daher wasche dein Gesicht und deine Hande fleißig, bade öfters im kalten Wchftv, halte deine Kleider sauber, wechsele fleisig die Wäsche, und gieb auf dein Weib Acht, daß rS in Küche und Kel- ler reinlich zugeht.

3) Halte deinen Kopf nicht zu warm. Trage keine Pelzkappe, und schnüre das Halsband Nicht so fist zu. Ueberhaupl qe- wohne dich an keine warmen Kleider. Adam und Eva waren nur mit einem Fell umgürtet, und sind doch alter worden, «!S du je werden wirst Die Kleider müs­sen reinlich seyn, und nicht,zu fest aufsi­tzen. Laß dein Weib und deine Töchter keine Schnurbrust tragen; davon komm n Vie üblen Kindbetten. Die Schuhe müssen nicht drücken sonst qiebts Hühnerauaen, und niedrige Absätze haben. Dabei

kaufe ja kein Kleid von Maklern und Ju­den. Es könnte von einem kranken Men­schen seyn, und du dadurch angesteckt werden.

4) Im Essen sey mäsig; daö heißt: nicht mehr als der Magen fordert, und immer zu gewiss n Stunden des Tages. Gcmüs, Mehlspeisen und Obst sind die ge­sundeste Pahrung für dich, wozu du manch­mal, wenn Vu's vermagst, ein Stück Fleisch geniesen kannst. Lasse aber die Früchte recht reif werden; und meide be­sonders die unreifen Erddirnen. Das Brod muß wohl ausgebacken seyn. Alle feite Speisen, so wie auch alles, was zu sihr gewürzt ist, ist ungesund. Dabei hüte dich, daß du nicht zu heiß essest; und auf das heiße Essen gleich hinelntrinkest; da kommen viel übleZufälle her Schwämme lasse in deinem Hause nie auftischen; denn es giedt solche, cie giftig sind. auch nie Fleisch von krankem Vieh.

5) Dar beste Getränke ist reines Wasser; und nach diesem gutes, vergohreneö Bier. Auch ein Glas Wein zuweilen getrunken, giebr Stärkung, aber keine Gewohnheit muß man nicht daraus machen. Thee und Kaffee sind immer schädlich, undderLanv- mann sollte sich schämen, so leckerhaft zu seyn, daß er nur diese Dinge trinken könnte. Der Brandewein ist der Gesund­heit auch nachtheilig, und macht trag, dumm und liederlich. Unmäsig genos­sen, sind aber alle Getränke schädlich In der Hitze, im Zorn,,vder im Schrecken, muß man weder essen noch trinken.

6) Schlafe in kalten Kammern, aus Strohbelten (denn die F-deibellen taugen nichts) decke dich mit einer leichten Decke zu, liege lieber auf der Seite als auf dem Rücken, lüfte die Bellen öfter» , und ge­wöhne dich so kurz als möglich zu schlafen. Je langer du liegst, je müder wirst du.

7/ Schaffe