Ausgabe 
27.5.1797
 
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Vom Anbarr verschiedener Rolilartenund Seren großen Vinnen in Ser Haus- Haltung.

Verfolg.

Der zunehmender Kalte legt man Pferdemist unter den Kasten herum, und bringt Strohmatten^ über die Fenster, die man bei Tage etwas lüftet, damit die Pflanzen nicht faulen. In ter Mitte des Aprils etwa verftzt man diese Pflanzen an den gehörigen Ort in Garten 2 Fuß von einander, nimmt sie mit Begiessen in Acht, und erwartet davon sehr frühe den besten Kohl. Von diesem Kohl braucht man auch die Blätter zur Fütterung, wenn man nämlich solche auf der Häcksellade zer­schneidet , und mit Salz in Fässern ent­macht. Sie geben im Frühjahr ein ange­nehmes Futter, besonders für milchende Kühe, die solches gerne fristen, und wo» von auch die Milch keinen solchen Geschmak annimmt, als wenn sie mit Klee gefüttert sind. Abwechselnd selbst im Sommer mit geschnittnem Klee vermengt, bekömmt es dem Vieh sehr gut, und bewahrt es für mancherlei Krankheiten. Zur Verbeste-, rung der Stallfutterung ist daher der An­bau vieler Kohlarten sehr zu empfehlen.

Insonderheit ist

der braune Kohl ein sehr nüzliches Gewächs für Menschen und V>eh Man hat davon eine doppelte Art, nämlich den niedrigen krausen, und den hohen braunen Kohl. Der Same die­ses braunen Kohls wird sobald das Erd­reich aufgethauet ist, gefaet. Der Boden muß in guter G ile (ober gut gedüngt) fepn, damit der Same bald beroorfonf» mm, die Pflanzen geschwind fortwachUn können, welches besonders der Erdflöhe wegen nöthig ist ; von welchen sonst dir jungen Pflanzen viele Anfälle haben. Die­ser Kohl Hebt ein fettes Erdreich, und ver­

tragt frischen Dünger. Ob aber das kand, worauf er versezt werden soll, im Herbst oder erst im Frühjahr gegraben werde, gilt völlig gleich. Auf dieses tand sezt man die Pflanzen einen Quadratfuß von einander. Uebrigeni thut man wohl, wenn man zu verschiedenen Zeiten Samen säet, und Pflanzen erziehet; denn wenn man jeder- jett einen Vorrath davon hat, so kann man nach und nach seinen Garten, je nachdem (inötre Gewächse weggenommen werden, zu einem Kohlgarten machen. Dieser braune Kohl dauert Den Winter aus, und bringt er|i im folgenden Sommer Samen. Der niedrige Bardowiker Kohl ist ohne Zweifel der wohlschmeckendste, und hält sich am besten den Winter über, wert er am leichtesten vom Schnee bedeckt wird. Wer aber um des Viehes willen Dielen

mit pflanzet, so wählt man cm nüz» lid^ien Den hohen krausen Gew ß jsts, daß Der braune Kohl fürs Diey von grp. jiem stutzen ist. Man blattet ibn ab, und giebt ihn gestossen Den Schweinen sowohl al* Den Gänsen. Nicht weniger ist er Den Pferden sehr heilsam, wenn sie Die D^üse haben. Auch giebt man ihn Dem Hornvieh gestossen oder geschnitten auf Haksel, wor. auf Dir Kühe gute Milch geben. Zum Pflanzen desselben wählt man einen kühlen und feuchten Tag und feuchte Witterung. Zur Vertilgung des Unkrauts, behackt man ihn ein paarmal mit Dem weissen .Hobl. Gegen den Winter thut man am befhn, ihn insgesammt auszuziehen, und emzuschlagm. Zu welchem Ende man Furchen, und zwar so tnf macht, daß Der Ml einen Fuß tief in Die Erde kommt, unD so Dicht neben einander, als es der Poll desselben leiden will. Dadurch be. kommt er Schuz vor d-m Frost, und ge. fejt auch , daß ein Theil erfrieren sollte, so schlägt doch der so tief gepflanzte Strunk im Frühjahr wieder aus. Um Samen davon zu erhalten, sezt man im Früh.

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