Ausgabe 
25.11.1797
 
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das??ben zu nehmm. Es gehört eben deswegen p^t ungleich mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit dazu, sich Dafür in Sicher, heil zu stellen.

!. Die schwächliche Erziehung.

Kein gewissere- Mittel giebtS, den Lebensfaden eines Geschöpfs gleich vom Anfang an recht kurz und vergänglich an-, zuiegen, als wenn nun ihm, in den er­sten Lebensjahren , eine recht warme, zärt­liche und weichliche Erziehung giebt, auch dabey nichts versäumt, es übermäßig mit Nahrungsmitteln auszustopfen und durch Kaffee, Chocolade, Wein, Gewürze und ähnliche Dinge, die für ein Kind nichts anders als Gift sind, übermäßig zu reitzen. Dadurch wird nun die innere Eonsumtion gleich vom Anfang an beschleunigt, das intenfue Leben so frühzeitig egaltirt, die Organe so schwach, zart und empsindlich gemacht i daß die Lebensdauer durchaus nicht lange bestehen kann. Gewiß in einer solchen Treibhaueerziehung liegt ein Haupt­grund der so entsetzlichen Sterblichkeit der Kinder.

1!. Ausschweifungen der Liebe- Verschwendung der Zeugungs­kraft Onanie, sowohl physi­sche, a l s m ora I ische.

Von allen Lebensverkürzungemittelrr ist seins so zerstörend, als diestS. Keine be­greift alle vier Requisiten der Lebensver- kürzung so vollkommen in sich, als dieses. Es vermindert die Lebenskraft, befördert also die Consumtion des Lebens, und ver­hindert die gehörige Restauration, weil nicht nur dadurch die nöthige Ruhe und das Gleichgewicht gehindert, sondern weil auch insonderheit allen, auch den Seelen- orqanen die nöthige Kraft entzogen wird. Hierzu kommt nun noch die Gefahr eines der schrecklichsten Gifte, das venerische bey dieser Gelegenheit einzusaugen.

Wrs heißt zu viel in dem Genuß der physischen Liebe? Wenn man sie zu früh­zeitig (ehe nun noch völligausg-eb.ioet ist, beym weiblichen Geschlecht vor dem ibten, beym männlichen vor dem 2OJahr') ge»' nießt; wenn man diesen Genuß zu l ft und zu stark wiederholet (d. d wenn Müdig­keit, Verdrossenheitdarauferfolgt;; wenn man durch öftern Wechsel otr G<Aenst aride oder gar durch künstliche Reize oder durch Gewürze, hitzige Getränke die Natur an- strengt.

Alles oben Gesagte gilt von der Ona­nie in einem gen; vorzüglichen Grade. Man hat die traurigsten Opfer dieser unnatürli­chen Sünde.

Die moralische Onanie besteht in einer Anfüllung und Erhitzung der Phantasie mit lauter schlüpfrigen und wollüstigen Dil» dern, wodurch die ganzeExistenz eine« jol» chen wollüstigen ein fortdauerndes Reitz- sicber wird.

Der Verfolg künftig.

XlAdmdjt.

Denjer igen Personen, welche von uns zu wissen verlangt haben, wo sich die in der letzter,, Landzeitung Nrn. 139. ange­führte Geschichte von einem Menschen, der einen vor 17 Jahren begangenen Meineid auf dem Topbette bekannt hat, zugetraaen haben soll, dienet zur Nachricht, daß sie sich nicht in unsrer Stadt , wo uns nie­mand bekannt ist, der von Räubern und Mördern mißhandelt worden wäre, son­dern an einem andern Ort unferfi Landes ereignet hat. Sie scheint auf obrigkeitli­chen Befehl, in die Landzeitung eingcruckt worden zu seyn, um nicht allein einen je­den , der sie liesst, von Meineiden ab;u-, schrecken, sondern auch rin en jeden. der meineidig geworden ist, zu erinnern, was er zu thun hat, um die Unruhe seines Ge­wissens zu stillen u s. w.

Müller. Buff.

Bekannt-