Ausgabe 
25.11.1797
 
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Ueber die Anwendung der Pappel- und Weisenwolle.

Verfolg.

Auf einer andern Seite dringet das Interesse der Lander'ökonomir darauf, diese Baumwolle der Pappeln und Weiden aus dem Grunde wegzuschaffen, weil Wind und Regen die nassen Gegenden mit die- fern Manufakturstvsse bedecken, dem Men­schen und Vieh den Athem verderben, und rin schädliches Gewebe von Flocken auf dem Futtergrase ausbrciten. Zum Einsammeln im Mai oder Juniu«, um diese kleinen Weintrauben, welche gelb sind wenn sie reifen, bequem von den Bäumen adzuneh- ttwn, bedient man sich einer langen am Ende gespaltenen Stange. Man schüttelt diese Kätzchen auf dem Dachboden ausge- dreitet aus, und hier springt die an Größe der Weinbeere ähnliche Nuß in zwei Hälf­ten auf, indem sich die Baumwolle her­vordrangt. Diese wehet man mit einem Flederwisch als den leichten Flockentheil in einen leergelaßnen Winkel, des Bodens um jhn dadurch von den Hülsen, Stengeln und Samenkörnern abzusondern. Nach den gemachten Versuchen haben zwei Män­ner mehrmals gegen zwanzig Pfunde rei­ner Baumwolle in einem Tage eingesam- melt, indem manche Baum nach Beschaf­fenheit der fluten Witterung und des Bo- denS gegen fünfzig Pfund unreine Baum- wolle tragt. Unter die übrigen deutschen Gewächse, welche anstatt der ausländischen Baumwolle gebraucht werden können, ge­hört das Flachsgras, die Mooßkalde, die Weidenpflanze und die Seidenpstanze, wel, ch? den deutschen Winter im freien Felde «usyäkt, und eine rundlichte starke Sa­menkapsel hack, welche sich im Rckfwerden ander einen"Seite öfnet, um ihre mit feinem, weiss'M Seidenhaare bedeckten Samenkörner auszustreuen Man hat diese Flockseide in Berlin unter Wolle und

Haare gemischt , und zu Zeuchen, Mützen und Strümpfen angewandt.

Von der praktischen KunR das Leben zu verlängern.

(Auszüge aus Hm. Hufeland vortrcfli- chem Buche die Kunst lang zu « leben, ist in der Kriegerfchrn Buch­handlung nächstens die 2te vermehrte Auflage zu haben.)

Das hauptsächlichste der Kunst lange zu leben, besteht vor allen Dingen darinne, daß wir Freunde und Feinde, in dieser Absicht gehörig unterscheiden und letztere vermeiden lernen, oder in der Vermei­dung der Feinde und Verkürzungemittel des Lebens, und in der Kenntniß und dem Gebrauch der Verlangcrungsmittel.

I. Abschnitt. Derkürzungemittel des Lebens.

Alles muß dos Leben verkürzen, was i) Entweder die Summe der Lebens­kraft an sich vermindert;

2) Oder wns den Organen des Lebens ihre Dauer und Brauchbarkeit nimmt;

3) Oder was Die Lebensc'onsumlion unsrer selbst beschleunigt;

q) Oder was die Restauration hindert.

Iemehr von diesen vier Eigenschaft en sich in einer Sache vereinigen, desto ge­fährlicher und feindseliger ist sie für unsre Lebensdauer, je weniger, ttz'stv weniger ist sie gefährlich. Leider haben sich aber unsre Lcbe-rsfeinde, in neuern Zeiten, fürchtete I d) vermehrt und der Grad von LuguS, Kultur, Verfeinerung uno Unnatur, wor- innc wir fetzt leben, der unfer intensives Leben so beträchtlich e^altirt , auch Die Dauer desselben, in eben dem Ackdacknis, verkürzt. Es scheint, daß m-n »'S gleich; sam darauf angelegt und rassinirt hab-, sich gegenseitig, heimlich und unvermerkt, und oft auf die artigste Wuse von ter Welt, das