Ausgabe 
22.7.1797
 
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§. s .

Son teil F-Hlttn, welch- bei btr Cr>ie- hung begangen werden.

Die Fehler, welch? in der Erziehung begangen werden, find vielfach, und man- nid)faltig. Jeder von diesen Fehlern ist groß, und wahrscheinlicherweise Schuld, daß in vielen Landern die Füllen so übel geralhen, daß so viele alte Gestatte ver­derben, und so viele neue zu Grunde gehen.

Die Pferdeverständigen haben viel von dieser Sache geredet, sie Haden die Lander, ihre Himmelsstriche, ihr Klima, die Ge­wächse, Luft und Wasser beschuldiget; nie aber an sich selbst, noch an ihr Verfahren gedacht.

Wenn man daci Lezte mit dem Zwecke der Natur vergleichet, so haben die Leute gethan, was die Natur nicht thut. Sie erziehet die Füllen nicht, wie die Ammen die Kinder erziehen; sie hat für jede Art Thiere einen eigenen Erziehungsplan.

Wie richtig derselbe ist, kann täglich bei wilden Bruten ersehen werden. Die Welt ist Augenzeuge, wie gut die Erzie­hung der Jungen im Wasser, auf der Erde, sogar in der Lust von statten gehet.

Auch bei den Füllen wird man gewahr,, daß diese Thiere gut gedeien, so lange fit bei den Müttern sind, die über sie Aufsicht haben; selten stößt ihnen was zu, so lange sie das Eiter saugen. Das erste halbt Jahr find die Füllen überhaupt gesund.

Sobald sie hingegen abgespähnet sind,, sobald sie in die Ställe kommen, und un* sere Erziehungspläne in ihre Körper wir­ken, verderben sie unter den Händen. Vier Wochen, höchstens zwei Monate darnach, sind sie nicht mehr zu kennen. Betrachtet man die Reihen, so fehlen schon an der Zahl; einige davon sind krank, und einige M Krüppeln geworden.

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Ach, da- ist wunderbar, sagt alsdann einer ; ei, das ist Schade darum, sagt der andere darauf; was mag die Ursache davor» seyn? Diese ist offenbar, sie liegt dem Kenner vor Augen; sobald es so zu­gehet, und keine Seuche herrschet. Tue Thiere sind angchangt, sie haben zu wenig Luft, zu wenig freie Bewegung, i" gutes Futter, und doch zu große Portio­nen , weil ihnen an. der Bewegung bricht-

Das Wasser , was sie des Morgens trinken-, wird den Abend vorher geschöpft. Da bleibt die Nacht hindurch im war­men dunstigen Stalle, in stinkenden Fäs­sern stehen' Dort wird es mit Kleien, mitSchroote, mitRoggen» oder Gersten- mehle vermischt, mit schmutzigen -Händen umgerührt, und nicht selten durchs stehen versauert, den Füllen zu trinken gegeben.

Dec Verfolg, künftig..

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Bekanntmachung'.

AuS der Verlassenschaft des Herrn £er* zog Karls zu Pfaizzweibrücken, Hochfurstl. Durchlt wird ein ansehnlicher CatalogauS- gegeben, der Bücher, Münzen und Me­daillen , die iw Mannheim verkauft wer» den sollen.

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Der am Lten April dieses Jahrs aff» hier verstorbene Geheime Tribunalrath' Hopfner gehört gewiß in die Zahl der­jenigen Gelehrten,, die es verdienen, nicht als Schriftsteller allein , sondern auch als Menschen gekannt zu werden. Ich denke daher Hopfners Leben und Charak­ter eine kleine Schrift zu widmen, undihr das wohlgetroffene, in Quart gestochene Brustbild desselben vorsetzen zu lassen. Da- We'rkchen, das schon zum Druck bereit liegt, wird Ende August auSgegebrn, und kostet L Gut»