Ausgabe 
22.4.1797
 
Einzelbild herunterladen

-ann die fremden Bienen nur erst Wider­stand merken, so weichen sie zuruck.

St-hlhärtungetr.

Die Hauptsache beruht auf einer mündlichen Kenntnis der verschiedenen Ar­ten des Stahls, welche entweder ein leb­haftes , mittelmäsiges oder ein schwaches G'.ühfeuer vertragen. Man hat Recht, den Sleuermarkischen Stahl, wenn er auf. richtig »si, für den besten zu halten; aber der englische hat auch seinen Werth, sowie der Schwedische , wenn man Mit ihm um» zugehen weiß. Die Rede ist hier blos von dem Schwedischen , welchen man in kleinen viereckigen Staben verfault. Auch in sei­nem Bruche findet sich das Korn verschie­den, wie in allen Arten ; und dieses rührt von dem verschiedenen Cementiren her, vor- nemlich von dem Glühen, wodurch das Korn entsteht. Eine Art hat ein ganz fei­nes Korn, und fällt in die dunkelgrüne Farbe, und diese Art laßt sich nicht recht handthieren, sie nimmt auch feine gute Scharfe an: die andere hat ein gröberes Korn, und fallt ins hellgraue; sie ist zu schneidenden Werkzeugen, Feuerstahl, Fei- !en u. dgl gut, willig in der Behandlung, wird aber nach der Härtung brüchig, und gerath bei folqendcm Verfahren. Man fchwciffe vier Stangen derselben wohl zu­sammen, ohne etwas Eisen dazu zu neh» men, schneide sie zu einer Daumendicke aus, glühe sie nachher wohl aus, fasse sie mit einer Zange an jedem Ende, und winde sie rund herum, so sehr man kann, strecke sie wieder aus, daß sie so dünne werden, als das erstemal, biege sie wieder vierfach zusammen u. s w. und man wiederhole das Biegen , Schweissen , Ausschmieden m allem dreimal. Alsdenn laßt sich diese grodkörnigte Art tu allerlei Schmiedezeug schmieden, weil die ungleichen Adern im

Stahle die Ursache sind, daß sich der Stähl nach dem Harten wirft oder krümmt, und das Umwinden diese Adern ring» um daS Geschmiedete vertheilt, daß sie sich nachher im Härten nicht wirft. Hierauf muß man prüfen, welchen Grad der Glühhitze der Stahl verträgt, und ob die gewöhnliche Kirschfarbe für ihn gerecht, zu groß oder zu klein sey , damit man sich danach im Harten richten könne, und das Feuer mäßige oder verstärke, welches allezeit die Hauptsache bei den Härtungen bleibt. Das Härtewasser besteht aus einem Lokh Salpe­ter, eben so viel gebranntem Salze, einem Stübchen Urin und einer Kanne Wasser. Alle» wnd in einer Flasche stehen gelassen, bis alle» wohl zerflossen; )e länger, desto besser Wäre der Satz zu stark, so gießt man noch Urm und Wasser zu. Wenn man Härten will, so füllt man ein nach der Lange und Größe der Sache bequemes Ge­fäß mit diesem Wasser an; man qiebtdem stählernen Körper den rechten Glühgrad, und löschet ihn in diesem Wasser ab. Da­von wird die Härtung zu Dreheisen auf Stahl, Eisen, Glockenspeise, Messing u. s. w. tüchtig und stehend. Diese Drehei­sen werden nach der Hartung nicht wieder erweicht, sondern sie bleiben so hart, daß man in Glas Damit ritzen kann, ohne daß sie zerspringen: und der Salpeter giebt allezeit eine jähe Hartung. Zu viel Sal­peter hindert die Härtung. Will man in diesem Wasser auch Aexte, Messer, Dreh­eisen auf Hol, u. s. w. härten, so muß man sie nach der Härtung etwas blank reiben, in Kvhlenfeuer legen, und daselbst anlau­fen lassen. Instrumente zu hartem Holze gelb, zu weichem Holze goldfarben, noch weichere Bestimmungen etwas blau ; jeder­zeit muß die Sache überall gleich, an einer Stelle nicht mehr als an Der andern an­laufen , weil sonst die Schneide ungleiche Stellen bekommt. Es ist ein Fehler, wenn man scharfe und schneidende Werkzeuge nach gesche-