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tTocb Etwas über die Hornviehseuche.
Wenn die Seuchen blo6 nach den Merkmalen, bey den kranken und toden Häuptern , und also nicht nach der Natur, des unbekannten Miasma, bestimmt werden könnenso crgiebt sich aus allen Erfahrungen, daß sie allerdings in bösartigen, gallich-faulichten, mehr oder weniger tö- denden Fiedern bestehen und daß ihre Verschiedenheit offenbar m ei ft enß auf zufälligen Umftanytn beruhe, und daß man nicht behaupten könne, es gründe sich ihre Verschiedenheit auf ihre Natur. — Der Mangel der Kenntniß der zuverlässigen Heilmittel, zeiget offenbar den Mangel der Kenntniß der Natur der Seuchen an. — Wer kan leugnen, daß es öfters ein bloftr Zufall fty, warum manche Häupter zur Ansteckung geneigbar sind, als andere;, warum, eine. Seuche bisweilen fast ganz unmerklich herumschleicht, oder ein andermal ausserordentlich tödend wüthet; warum in einer und eben derselben Seuche , bald diese, bald jene Theilr mehr oder weniger davon angegriffen- werden u. s. w. Wer möchte sich getrauen, diese und andere ähnliche Erscheinungen undBevbachrungen, als- wesentliche Verschiedenheiten anzunehmen. Das Ansehen einiger Schriftsteller und die' Namen der Seuchen entscheiden wenig in der Hauptsache. So wie die Bejchaffen- heit der thierischen Körper verschieden ist, so wie die sogenannten nicht' natürlichen Dinge verschi°oen sind, eben so müssen sich, auch d»e Seuchen verschieden, äussern, wo» bey? et öfters im Grunde nicht auf die Be» mnnung der Staupe ankömmt.
Ich rede- hier vorzüglich von den eigentlichen bösartigen, gallichtfaulichtew anlleckenden Seuchen. '
Ich behaupte daher immer noch, daß! rß keinen Zweifel leide, daß i, B. die Rind»
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viehpest, der verschiedenen Masken, hm«- ter welche sie sich zu st cken pflegt, vhnge» achtet, im Grunde doch immer oieftlde fey, und durch ein und dasselbe Miasma sich erzeuge und sorlpflanze..
Wenn ich also bey dieser Hornvieh» ftuche, und zwar nicht zuerst in hiesigen Gegenden, schon gar häufig beobachtet habe, daß bey den Thieren der innere Mund entzündlich und brandigrund bisweilen fast gänzlich mit Brandblasen überzogen gewesen, und ich nicht weniger auch öfters die Lungen und Milz brandig, und sogar ley. tern Umstand, ncmlich die brand,gte Beschaffenheit der Milz,, wie z. B. in waye- born bey verschiedenen Häuptern, Vorzug, l'.ch und beynahe ganz ohne dre übrigen be. kannten Merkmale der Seuche beobachtet, und mithin das Blut nicht sehr aufgetößk und so auch insbesondere den Blättermagen nicht merklich widernatürlich befunden Haber so sehe ich mich gedrungen , denje. nigen Schriftstellern mehr Glauben beyzu. messen, welche mit wir gleiche Erfahrungengemacht haben; kan also Andern nicht beypflichten, welche die Erfahrungen mche gemacht Haden, oder machen konnten.
Ich getraue mir täglich meine Ersah» rungen öffentlich zu bestätigen.
ES ist also ohne allen Zweifel, daß der Brand der Lungen und Milz u s. w. blos als unvollkommen, Absatz, oder auch als Merkmale einer grosew Menge Seuch- gifte» zu betrachrensty, und daß die Seuche also unter, manchrrley Gestalt' beobachtet werde, und ohngeachttd derselben, der Hauptkaraktcr der Krankheit immer derselbe verbleibe..
In meiner An Weisung rr und in dern vorigen Aufsätze, m dttsim Blakte, habe ich -den so wenig, als jezr, von dem , ob- schon von nuhrem Schriststeürrn ziemlich und»


