Ausgabe 
19.8.1797
 
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) I

Kurze Bekehrung über den Anbau des unäcbren Akazienbaunm.

Beschluß.

Die Akazie als Schlag* und Busch waidu ttg.

In einem Lande, wo Hol-mangel ent­weder wirklich vorhanden, oder doch ZU befürchten ist, wo mithin alles daran ge­legen feyn muß, sehr geschwind Holz an- zubauen, es zu gewinnen und zu benutzen, dürfte es wohl am rathsamsten seyn, Die Akazie als Schlag- und Äuschholz zu be­handeln. Man kann einen solchen Wald entweder mit aus Saamen erzogenen Bau- men , oder auch mit Wurzelbruten anpflan- zen. Will man letzteres, so hat man wei­ter nichts zu beobachten, al» daß man die Wuczelaueschvßlinge ordentlich bewurzelt aushebt und sie dann verpflanzt Der Hauptgrundsatz bey einer Schlag - und Buschwaldung ist, den Boden so mit Wur­zeln anzufüllen, daß sie überall aueichla- gen und bald einen dichten Wald machen mögen. Man setze deswegen die (Stamm» eben oder Wurzeldruten, so weit ausein­ander , als bey Schlag' und Bufchwüls dung es gewöhnl'ch ist, nehmlich4 bis z Schuhe. Haben diese nun 2 oder 3 Jahre gestanden, sind genug angewachsen , und das Holz zu nützlichem Gbrauch schon ziemlich erstarkt, so haue mans kurz über ter Hr de zum erstenma e we , damit sich die Wurzeln und Ausschläge erweitern und verstärken, wo dann der Mutterstock die schönsten Lohden treiben wird.

Man kann auch die jungen Stämm­chen in dem nach ihrer Anpflanzung folgen­den Frühlinge, gleich von der Erde weg- schneiden, und sie so ihre Wurzeln mehr zu verbreiten nörhigen.

Oder man setze die Stämmchen weit- läuftiger, lasse sie ebenfalls im atm oder

3° C

triften Jahr kurz über drr §^rdr abkreißen und durch Hackung des Bodens um un- um die Wurzeln verletzen, damit sie neue Bruten treiben und dem Distrikt gedrun­gen genug bestellen. Nach einigen Jahren treibe man den Distrikt abermals ab , damit auch die spatem Wurzeldruten sich ver­stärken.

In Frankreich hat man ^rch zweck­mäßige Verletzungen der Wurzeln, von einem einzigen Baume 500 Wurzelschüsse erhalten, und zo andere brachten mehr als 6000 junge Pflanzen hervor, welche wieder nach 2 Jahren 10,000 tüchtige Weinpfäle lieferten.

Wie oft nun ein solcher Schlagwald abgetrieben werden könne, läßt sich eben­falls nicht genau bestimmen; Denn auch hier muß Der Himmelestrich , der Boden und c ie Bestimmung de» Holzes Dao meiste entscheiden. Zu Bohnenstangen braucht freilich das Holz nicht so lan.ie zu stehen, als zu Hopfenstangen und Baumpfählen.

Die Akazie ist, wie ich auch schon oben bemerkte, nicht nur em vortrefliche» Brenn­holz, sondern auch ein ganz unvergleichli­ches Produckl für Schreiner , Wagner und Müller. Man macht aus ihr Äomoden, Tische, Stühle, herrliche Wagenachsen; man bedient sich ihrer zu Bohnen - und Hopfenstangen, Baum-, und Weinpfälen; zu Pfälen beym W«ssrbau, so wir zu Schwellen unter die Gebäude. Sie als eigentliches Bauholz zu gebrauchen ist sie zu schwer, und kann nur in Den untern Stockwerken und zum Tafeln der Fußbö­den und Wände verbraucht werden. Ihre wohlriechende Bimhe liefert Nahrung für Die Bienen und ihre Blatter Nahrung für» Rind - und Schaafvieh. Sich Der Akazie aber zu lebendigen Hecken um Fel­der und Garten bedienen zu wollen, ist nicht rathsam; Denn ihr Trieb ist zv hef­tig,