Ausgabe 
18.11.1797
 
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aus Pappeiwolle und Baumwolle gemisch­ten Garne eine baumwollene Leinwand, welche vermuthen läßt, daß sich dieses Garn zu bunten Zeugen, Barchent u. dgl. gut anwenden laßt.

Don dieser gesponnenen und gemisch» ten ausländischen und einheimischen Baum­wolle gelang auch eine Haube so man dar­aus strickte, und diese nicht übel gerathe- nen Versuche ermunterten zu neuen Fort­schritten. Man versuchte die Materie als Unterfutter zu Mannskleidern, zu soge­nannten gesteppten Weiberröcken und Bett­decken, anstatt der Seidenwatte anzuwen­den. Seidenwatten scheinen dem Nahmen nach von Seide gemacht zu seyn, aber sie bestehen Mos aus Baumwolle. Man ver­fertigte also aus der gekämmten Mischung eine gute Seidenwatte, die blvs gelblich weiß war , anstatt daß die gewöhnliche an sich weiß ist Ungemischt würde Pappel­baumwolle dazu nicht taugen < weil sie sich nicht zu Blättern streichen läßt. AlS Klei« derfutlerung pflegt man die Baumwolle vorher in Kalklauge zu beizen , damit sie Waschkleider in der Wasche nicht gelb fär­ben möge; und diese Mischung von Pap- pelbaumwvlle und der griechischen Baum» wolle hatte eben den Fehler, welcher ver­schwand als man sie vor dem Unternä- hen im Kalkwasser beizte, und nachher wie­der rein wusch und trocknete. Nun kam man auch zur Hutprobe; aber unsre ge­mischte Wolle versagte. Man vermengte also einen Theil Dänischer Schaafwolle und einen Theil Haasenhaare damit. Diese Mischung gab unter den Händen des Hut- machers ein kleines Probe Hütchen, an wel­chem die schwarze Farbe ungleich vertheilt war, und die Festigkeit des Filzes zu feh­len schien. Endlich gab die gesponnene Pappelbaumwvlle Tochte, welche in Wachs - und Talglichtern überaus hell und sanft brannten, und an diesen Eigenschaften

alle Arten von Tochten zu übertreffen schie­nen. Die gemeine, überall wachsende Glaswolle hat in den deutschen Kräuter- düchern wegen ihrer weissen, schönen und Büschelweife dicht bei einander wachsenden Flockseide den Nahmen des Wollgrases, ob­gleich die schönen glanzenden Fäden eher den Namen einer Pfianzenfeide als des Wollgrases verdienen. Diese Grarart wächst auf feuchten, moosigen und sum­pfigen Wiesen, sonderlich auf dergleichen Wiesen, die von Wäldern eingefchloffen sind, und doch daran angrenzen., Ihr Halm wird einen Fuß hoch und trägt ein paar GraSblatter Oden zerspaltet sich dieser Kelch zu einer Art Blumenscheide mit vier bis sechs Blumenbuschekn, deren jeder seinen kurzen Stiel hat. Diese Blu« menbuschel unterscheiden diese GraSarten vor allen ihres gleichen. Sie beugen sich mit der Zeit niederwärts, wenn sie reifer werden, und bedecken mit ihrer Seide den Saamen, als eine lockere Windel. Diese ungemein zarte Grasseide schien dem Pa­piermacher ein gutes Seidenpapier zu ge­ben. Im Spinnen zerrissen die Spinne­flocken, und hinterliessen keinen Anschein von einiger Verbindung unter sich. Um die Zeit des Stampfens abzukürzen, ließ man die Wolle von der Schwarzpappel mittelst eines Hackemessers klein schneiden, übergab sie hierauf der Stampfe, schöpfte sie nach drei Stunden ohne allen Zusatz, und bekam die schönsten Papierbogen, wel­che leicht von der Form losgiengen, und sich, ohne zu zerreissen aufhänqen, leimen, pressen und ohne Schwierigkeit glätten li-ssen. Ueberhaupt fehlte diesem Pappel­papiere nichts an der Vollkommenheit, als die Weisse. Die Knoten in dem Zeuge ver­bessert ein fortgesetztes Stampfen und das Umrühren vor dem Schöpfen. UebrigenO flieht schon ein Fuß langer Zweig über ein halbes Pfund Baumwolle. Die Ein­sammlung der Pappelwoüe geschieht, wenn

man