Ausgabe 
18.3.1797
 
Einzelbild herunterladen

) 43 (

vvuerhafte Bäume , daß gleichwohl die Straffen besezt werden können. Man hat Linden, Ahorn, Ulmen, Akazien , etliche Sorten Sorbien», Eschen, Birken, Bu­chen, Eichen, Ellern , Pappeln und Wei­den. Meronnen oder Roßkastanien, süsse Kastanien und Waldnüsse gehören schon zu deu fruchtbaren Baumen, auch geben Bu­chen und Eichen seiner Zeit ihren Ertrag, und Niemand fürchte, daß die beiden lez- lern nicht wohl versezt werden können. Vom Saamen in der Baumschule erlogen, und noch;ung etlichemal versezt, sind sie allenthalben hin versrzbar. Es geben auch die Nadelhöl er, Tannen, Fichten, For­chen und Brachdaume die schönsten Baum- Alleen zur Besetzung der Landstrassen, und was bei den Walddäumen am Odst-Ertrag zurükbleibt, Vas wird durch den schnellen Wuchs des Holzes wiederum erftzt.

, Die Möglichkeit und Thunlichkeit der Strassenbesitzung mit Baumen glaube ich nunm hro genugsam veleuchtet zu haben, ich muß aber die derselben enkgeqenstehende grosse Schwierigkeit, das Nichtwollen noch einmal untersuchen.

Der Wille des Menschen laßt sich durch keine Macht erzwingen. Er entst.het auS einer gänzlichen Ueberjeugung bei sich selbst, daß eme Sache an sich gut, nuzuch und rühmlich ffy, öfters aoer auch andern zu gefallen, oder andern nachzuahmcn. Nach­ahmungesucht und Ruhmbegierde, haben von «eher Die Menschen zu Thaten ent­flammt, die nicht selten ohne besondern oder erhchlichen Nutzen gebli-ben sind. Würden also nur vorerst 6«e Grossen und Mächtigen einen Anfang mächen, in ihr ren Landern, wo sie volle Macht haben, etwa?! durch.--netzen - und diese Bepflan­zung der Strassn mit 'Baumen nmal in Bewegung bringen , bald würden ?ie mhu der. mächtigen Stände von selbst Nachfol­

gen, indem das Neue bald Liebhaber fin­det, und leicht zur Mode wird.

Beigrossin Unternehmungen, d;e das Wohl ganzer Nationen betreffen, werden die Bewegungsgründe gemeiniglich aus ei­ner deutlichen Erkenntniß und Darstellung eines grossen Nutzens oder eines grossen. Ruhms hergenommen. Wie viel hier die Beredsamkeit beitrage, den Willen der Menschen zu lenken, das lehrt un-2 die Ge­schichte. Eine Anrede des grossen Aleran- ders an seine Mazedonier konnte sie in Feuer und Flammen setzen, und zu den grosse-- fielt Thaten hinreissen.-

Weit entfernt, die Baumzucht tnr Grossen oder die Strassenbksetzung mit Bäumen, damit vergleichen oder glau­ben zu wollen, daß in unfern Zeiten sich viel von einem solchen Enthusiasmus er­warten lasse, bin ich vielmehr überzeugt, daß der Eigennutz und die begreiflichen Vortheile von einer Unternehmung , die mächtigsten Beweggründe zum Wollen und Handeln abgeben, und daher will ich an- zezt versuchen, meine UeberredungSgründe auS einer andern Quelle herzuleilen.

ES ist zwar schon eingeräumt worden, daß der Obst-Ertrag, als dem Zufall un­terworfen, am wenigsten in Anschlag zlp bringen sey. Gefezt aber , daß man nicht alljährlich auf einen Odstherbst sicher zah­len könne: so wird doch im Durchschnitt' alle drei Jahre ein Ertrag zu erwarten seyn. Die Landleute machen hierauf ihre, ziemlich sichere Rechnung.

Von Herrschaft^ weaen hatte ich in lezterm Spaijahr , den Obst - Ertrag, von einer Strassn» Allee, etwa siebentausend Schritte lang', zu verpachten , nachdem der' damalige Obstherbst schon eingehauft ge­wesen. Diese Allee ist vor etwa 28 Iah-- ren angelegt worden, und enthält aus bei>