Ausgabe 
18.3.1797
 
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Zärst!- Verordnung.

Von. Gottes Gnaden Wir Ludwig X. Landgraf zu Hessen rc. rc.

Nachdem Wir^ therls zu Abschaffung der in Unfern Fürstlichen Landen einge- schlichenen Mißbräuchen in Bezahlung der Steuer-Schätzer-Gebühren, theils zu Ein­führung einer allgemeinen Norm zu ver­ordnen, bewogen worden , daß , .

ein Steuer-Schätzer in den Hauptstäd­ten täglich i

in den Landstädten täglich 45 fr, und

in den Dörfern täglich 30 fr. zu beziehen und von dieser festgesezten Ta^re in keinem Amt oder Ort eine Ausnahme statt finden solle.. So habt Ihr Euch hiernach unterthänigst zu.achten, und die Contravenienten ohne Nachsicht zur Strafe zu ziehen. Darmstadt den ztrnDecem- der 1796.

Gedanken über die Baumzuchr im Grossen, zur

Befenung Der «faapt und Länd­er assen mit Bäumen.

Verfolg.

Noch ist zu befürchten, daß die so sehr verschiedenen Reichs - und Landesverfassun­gen , die vielerlei Stände, Herrschaften und Besitzungen ; Territorial - Gerechtigkeiten, die man durch jede Neuerung, sie sei auch noch so nüzlich als sie wolle, zu verletzen glaubt; VorurtheileEigensinn; nichtsel- trn auch ein wirkliches Unvermögen min­derer Stande , dieser so nützlichen Anstalt Hindernisse in den Weg legen werden, die nicht anders als durch Lenkung des Wil­kens zu heben sind.

Ihr- Mächtigen in der W"lt, Hshe LandeSregrnten und ObrigkeitenNie­mand ausgeschlossen-, welcher Mtzcht und Vermögen hat, den Wohlstand feiner Air-.

genossen und Nachkommen zu befördern. Lasser euch zur Stiftung eines Denkmals bewegen, das dereinst noch von der Güte eures Herzens, von der G-öße eurer Men- schenliebe, und von eurem rühmlichen Da- seyn auf der Welt, zeugen wiid. DieErde ist gleichsam ein Stoff, den Euch die Vor­sehung ausgetheilk und unter die Hande gegeben hat: sie soll nicht nur auf die wür­digste Art zum Nutzen der Menschen ge-. braucht, sie soll auch verschönert werden. Dem niedern Landmann sind eure Lusthäu­ser, eure Gärten verschlossen; entschädigt ihn mit dem An schauen und Genuß von tausend Baum-Alleen,, und seine Enkel werden euch noch dafür segnen. Die Ehr­furcht für den Rang der Grossen in der. Welt, und die Bewunderung ihrer per­sönlichen Vorzüge kann sich nicht besser rechtfertigen, als wenn ihnen jedermann Dank schuldig ist..

Äusser den vorberührten Schwierigkei­ten und Einwürfen, welche gegen die Be- setzung der Landstrassen gemacht werden können, giebt es freilich auch offenbare Hin­dernisse. Nicht alles Erdreich ist zum Baumwuchk! bequem, besonders zu Obst- bäumen, als vorr denen hier eigentlich die Rede ist. Es sind Gegenden, allwv der Grund allzu steinigt, felsigt oder lettigt ist, oder aus ganz magerm Sand besteht. Auf der Ebene kann es allzu naß und auf den Bergen allzu trocken sinn. An vielen Orten können nur wilde Waldbäume oder die vom Weidengefchlechte, forttommen.

Mögchch wäre es zwar, mit Anwen­dung grostr Kosten, allen diesen Hinder­nissen abzuhelfeti; allein es ist nicht rath- fam, -rwa« erzwingen zu wollen, woge­gen- die Natur zu streiten scheint. L. nig. 'st-ns muß man auf Obstbänme De zicht thun', ivo sie durchaus nicht gedeihen wol­len: es giidl )ß so viele andere schöne utid