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fslgandeS. Der Fabrikant, welcher eine ganz feine Sorte Beclinerblau, oder sogenanntes Pariserblau bereitet, wird gewiß nicht diese Sorte allein, sondern wahrscheinlich nebenbei) noch eine geringere Sorte verfertigen. Bey diesem Umstande kann man folgendergestalt verfahren. Man fil- trire die aus 100 Pfunden Potasche berei, tete Blutlauge, und theile sie zu ganz gleichen Theilen in zwey Bottige. In den er- ftern Bottig, der für die ganz feine Farbe bestimmt ist, gießt man Alaunauflösung dis zur Sättigung des gemeinen Alkali. Dazu sollen as Pfund Alaun nöthig gewesen seyn. Die medergeschlagene Alaunerde laßt man ruhig stehen, bis sie sich zu Loden gesetzt hat. Die Flüssigkeit, welches die zum feinen Berlinerblau bestimmte Blutlauge ist, zapft man auf einen leeren Bottig, bringt die Alaunerde auf ein Fil- trum, und läßt die von derselben ablau- sende Flüssigkeit noch zu der feinen Blutlauge laufen. In diese Blutlauge gießt man alsdann bis zur Sättigung Eisenvitriolauflösung , läßt den erhaltenen blauen Niederschlag gut aus, und damit hat man die feinste Sorte erhalten. Die im Filtrir- korbe zurückgebliebene Alaunerde schüttet man in den andern Bottig, aus dem man ein geringeres Blau, z B. aus einem Theile Eisenvitriol und drei) Theilen Alaun machen will. Nun bearbeitet man diesen zweyten Bottig. Da die in demselben enthaltene Blutlauge mit der erstern von gleichem Gehalte ist, so muß man ebenfalls 20 Pfund Alaun zusetzen, um das gemeine Zaugensalz zu absorbiren. Ist dies vollkommen geschehen, so setzt man bis zum Sättigungspunkte Eisenvitriol, ich will an- nehmen zo Pfund hinzu. Folglich hätte man zu diesem Bottig 40 Pfund Alaun rmd zo Pfund Eisenvitriol verwendet, und man müßte also noch besonders 50 Pfund Alaun mit Potasche niederschlagen und damit vermischen, um ein aus einen Theile
Eisenvitriol und drey Theilen Alaun bestehendes Berlinerblau zu erhalten.
Vorschrift zu einem sehr vollkommene»» Zlimglase.
Man nehme hundert und zwanzig Pfund weisen Sand, fünfzig Pfund Mennige, vierzig Pfund ganz reine Potasche, zwanzig Psund Salpeter und fünf Unzen Braunstem.
Wenn diese Eomposition bey einem sehr starken Feuer geschmolzen wird, und man die gehörige Zeit und Sorgfalt darauf verwendet, so wird man ein Glas erhalten, das den feinsten Flintglase nichts nachgeben, aber härter und fester seyn wird.
Verlangt man, daß diese Composition bei) geringerer Hitze und geschwinder in Fluß komme, so kann man noch ein oder jwey Pfund weißen Arsenik zusetzen.
Den Braunstein setzt man den Glasflüssen in der Absicht zu, um sie sarbenloS zu erhalten. Da aber der Braunstein selbst die Eigenschaft besitzt dem Glase eine Purpurfarbe mitzutheilen, so muß man , um diesen Fehler zu vermeiden, nur wenig davon zu setzen.
r Daß alle zu einem solchen Glase zu wählenden Materialien in einem vorzüglich reinen Zustande sich befinden müssen, versteht sich von selbst. Man nehme sich insbesondere bey der Wahl der Mennige in Acht, die man selten unverfälscht erhält.
Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.
1) Friedrich Christian Schmidtborn, des verstorbenen Pfarrer Schmidtborns zu Hochelheim im Fürst!. Weilburgischen hinterlassener Sohn ist vor mehreren Jahren von hier weg- und, wie man nachhero in sichere Erfahrung gebracht, in Französische
Dienste


