— ) 198 (
Von dek Mktiscken Runft das Leben za verlängern.
Xl. Gifte, sow-ohl physische, als contagiöse.
Verfolg.
Es gehört aber zur Wirkung dieser Gifte der ersten Art nickt dies die Mit- ltheilung oder Ansteckung von aussen, (wie dies bei den contaaiösen Giften der zwey- ten Art der Fall ist , sondern auch eine geroi e Disposition oder Empfänglichkeit des Körper» , sie aufzunehmen. Etwas ganz Besonderes ist es, daß bei den Blattern und Malern die ganze fernere Empfänglichkeit dafür auf immer aufgehoben wird. Ferner weiß man, daß zur Mit» theilung durchaus eine unmittelbare Be. rührung des G«fts selbst gehöret. Die Wirkung des Giftes auf den Körper muß auch kräftig genug seyn.
Wie kann man sich vor Ansteckung überhaupt sichern?
i) Man beobachte die größte Reinlichkeit in allen Stücken;
2) Man sorge noch besonders für reine Luft im Zimmer, für öftern Genuß der freyen Luft und mache sich fleißig körperliche Bewegung.
3) Man erhalte guten Muth und Heiterkeit der Seele, — insonderheit auch duich ein Glas Wein.
4) Man vermeide alle nähere Berührung mit Menschen, die man nicht genau kennet; man vermeide auch deren Trinkgläser , K eidung-stücke, Tabakspfeifen, Betten, auch die S crete uf.ro
5) Wenn eine ansteckende Krankheit im O te herrscht vermeide man die örtlichen Besuche, auch gehe man nicht nüchtern aus, oder ohne vorher eine Pfeife Tabak geraucht zu haben.
1. Das venerische Gift, r
Was sind allr, auch die tödlichsten Gifte, irr Absicht auf die Menfwhert rm Ganzen, gegen das venerische? Es ist das schrecklichste und abscheulichste Gift. Noch besonders schrecklich ist es wegen seiner schleichenden Eigenschaft. Man kann schon völlig vergifte! seyn, ohne e» seihst zu wissen , man kann andere vergiften, ohne eS zu wollen. Schrecklich sind die Folgen einer solchen Unroissenheti.f Fürchterlich ist der Gedanke an die möglich allgemeine Verbreitung dieser Nevels, besonders auch durch Ammen und Kindermägde — Eö ist die höchste Zeit, diesem um sich greifenden Verderben Einhalt zu thun Die besten Mittel dazu sind, Sorgfalt für mehrere Sittlichkeit, für eine Gesundhertspo- lizei und allgemeine Aufklärung de? Volks über die Natur des Gifts, seine G-fahren und besonders seine Erkenntmß- und Ver- hütungemittel. Das erstere muß man weisen Obrigkeiten überlassen; das leztere soll hier erörtert werden.
Die Erkenntnißmittel der Vergiftung sind:
r) Wenn vor Kurzem eine verdächtige Berührung statt gefunden.
21 Wenn sich, nach einiger Zeit, örtliche Uebel äuss-rn , alo fpeckigke Geschwüre, Warzen und kleine Fle'sckauswüchse, Entzündung , oder ein schleimiger Ausfluß, ( wenn e« ein Schleim absondernder Theil ist ), auch Anschwellung, Schmerzen und Verhärtung der Drüftn in der Nähe __
Iezt müssen soalkich die zweckmäsigen Mittel angewendet werden , ehe die ganze Saftmasse vergiftet wird.
3) Wenn nun aber auch an entfernten Theilen dir Drüftn a>,schwellen,' Ausschläge von verschiedener Gestalt, oder Geschwüre oder Fleischwarzen entstehen, insbesondere wenn der Gaumen und Zapfen weh zu thun, oder die Augen sich zu ent.
zünden,


