Ausgabe 
15.7.1797
 
Einzelbild herunterladen

Die Hengstfüllen, die mit der Zeit Kriegspferde abgeben sollen, kennen ei­nen Monat, oder 14 Tage vorher ge­schnitten werden , ehe sie ans die Weide kommen; denn sie haben nunmehr» ein Jahr. Die Ursache, warum dieses ge­schehen müsse, ist, weil sich viele gegeu Ende des Sommers schon mit Stutten abmatten. Freilich sind bei manchem nicht beide Hoden heraus; allein diese sind, im Ganzen genommen, nur in kleiner An­zahl.

Auf der zwoten Weide bleiben die Füllen so lange, als auf der ersten, das ist, bis in Monat September, wenn an­ders das Gras nicht mangelt. In dieser ganzen Zeit kommen sie in keinen Stall; wovon jedoch die Kranken auszunehmen sind.

Es ist eine gute Sache, wenn die Weiden umzäunet sind; man ersparet da­durch viel Futter , so sonst zertreten wird, trenn die Thiere das Feld frei haben, und Herumlaufen können.

Gut ist cs, wenn man zu den Fül­len ein Paar alte Stutten gesellet. Sie nehmen sie zu Führern, und begleiten sie überall; doch müssen die Stutten nicht veraltet, nicht boshaft, und keine Fül- lenseindinnen ftyn. Sie müssen selbst Füllen gezeuget, alle Platze ans der Weide wissen, und die gefährlichen Ortekcnnen, die sich allda befinden. Man beuget durch solche Stutten dem Laufen , dem Rennen bei Donnerwettern, und überhaupt vie­lem Unheile vor.

$ 4-

Von der Behandlung der Füllen im zwei­ten Winter, wenn sie anderthalb Jahr alt sind.

Auf die zwote Weide folget die zwote Winkerpflege; denn die Füllen sind nun

anderthalb Jahr. Diese ist von der Pflege des ersten Winters nicht viel unterschie­den, die Haferportion ausgenommen; welche für Füllen von diesem Alter we­nigstens eine Dr rtelportion betragen muß. Der Hafer wird ihnen früh und Abends gereichet. Nebst diesem bekommen sie dreimal des Tages süses und genügsames Heu, und des Nachts hindurch etwas mehr Stroh, als sie den ersten Wmter bekommen.

Streustroh bekommen die Füllen den zweiten Winter eben so wenig, als den erstcn. Cie werden auch nicht geputzet, äusser wenn eines unrein wird; da kann es alsdann mit Strohwischen gerieben werden.

Was die Hufe betrifft, wird sowohl im Winter , als im Sommer, eben die Sorge getragen, wie im ersten Jahre. Sind dieselben zu lang, so werden sie ab- aber niemals ausgeschnitten.

Auch muß man auf möglichster Hut seyn, damit die Füllen nicht räudig wer­den. Das erste, welches sich die Haare des Schweifes, der Mahnen, oder von irgend einem andern Theile des Leibes ab­reibet , hat entweder die Kratze, die Räude, oder Lause; sobald man dieses be­merket, müssen dergleichen Thierevon den andern abgesondert, gereiniget, die Kör­per mit Lauge und Seife gewaschen, und die räudigen Flecken mit Schwefelsalbe geschmicrer werden.

Ist die Räude mit Lausen vermen­get, so mischet man die Schwefelsalbe mit einem Drittheile Quecksilber, und diese Behandlung dauert so lange, bis die Füllen gereiniget sind.

Was das Tranken, das Austreiben, die Reinlichkeit der Stalle, und die übrige Behandlung betrifft, von welcher oben gesprochen worden; so wird im zweiten

Jahre