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werden; weil man sie sonst nicht recht untersuchen kann.
Merke: F'ndet man zur Zeit der Pest bei einem geöffneten Thiere verhärtete», trockne» Futter nn Pfttter; so muß man onn hmep: daß da» Thier an der Pest krank und ansteckend gewesen fty.
IV. Tödtlichkeit der Rindviehpest.
Seit 1711. hat die Pest mehr als 25 Millionen ( 25,000,000) Stücke Rindvieh in Deutschland gelödtet. Weich ein ungeheurer Verlust!
Berechnungen über viele tausend kranke Thiere lehren: daß — man brauche Arzneien oder nicht — von 4 kranken Stücken Z Stücke sterben. . ,
Viele hundert tausend Stücke Rindvieh sind im Jahre 1796 im Südlichen Deutschlande von der alle» verwüstenden Pest ge- tödtet worden. Und : der V'ehstanv VcS nördlichen Deutschlands ist in Gefahr!
V. Natur und Eigenschaften der R i n d v i e h p e st.
Die Rindviehpest ist einzig und allein eine Krankheit des Rindviehs.
Sie ist von jeder andern Krankheit' des Rindviehs verschieden.
Sie istzu jekerIahrszeit, bei jeder Witterung und in jedem Lande im Wesentlichen sich gleich. Und sie greift alt und juna an.
Vieh ° oder Rindvieh - Seuche ist ein falscher Nähme; drr rechte, deutliche und bestrmmle Nähme ist Rindvieh pest.
In Deutschland entsteht die Rindvieh, t) ft nicht durch Witterung, H tze, Kalte, Trockn ß Feuchtigkeit, Rege-i , Nebels Tbau, Fütterung, Weide, v.rschkemmte» G^as, moderiges H>u, Tränkung, Wartung, Pst-'ge, überrrrebene Arbeit, Hunger und Noth: dadurch entsteht sie nicht.
Die wahre, wirkliche Rindviehpest entsteht in Deutschland einzig und allein durch Ansteckung, durch Übertragung des ansteckenden Pestgifts von einem kranken zu einem gesunden Thiere.
Schon 1713. , zu den Zeiten unserer Groß und Urgroßvater, schrieb Johann Ranolh in feiner Historie der Pestilenz des Hornviehes: ,,Denn das ist gewiß, daß „ Vie S.u he ( Pest) höchst ansteckend fey, „und daß dieselbe bivhero durch fernen ans „ decn Weg als blos und einzig und «Urin ,, durch Ansteckung fortgedrucht werde."
Durch kranke Ochsen, die aus oder über Ungarn oder Polen kommen, wird die Pest ledeemal nach Deutschland gebracht. Es gcschal) auch 1795.
VI. Ansteckung, und deren Eigenschaften und Arten.
Das ganze an der Pest kranke Thier und alle feine Thcile (Hörner, Haut, Fleisch, Fett, B'ut, Milch, Eingeweide, Knochen und Klauen) sind ansteckend.
Auch ansteckend, und zwar im höchsten Grade, sind der Schleim, Rotz und Geifer, der aus Augen, Nase und Maul fließt, und der Eiter, der aus Geschwür ren und Haarseil - Oeffnungen kömmt
Auch der Alhem und Vie Ausdünstung durch die Haut stecken an
Auch der Harn und der Mist der kranken Thiere sind ansteckend.
Und auch iodte Thiere, die gar nicht, oder nicht tief genug verscharrt, oder die in Fluss", Graben oder Teiche geworfen worden sind, stecken an.
Kranke Thiere können, ohne Berührung, durch die Luft in einer Entfernung von 20 und rnehrern Schritten nicht an- stecken.
T>e Ansteckung, vermittelst der Berührung de» PistaiftS, geschieht:
I Jridim kranke Thier e zu und mit Gesunden — auf Wegen, in Stallen oder gar auf


