Ausgabe 
13.5.1797
 
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Etwas über das späte Säen de» win- tcrrocfens und über den Nachryeii der ;u späten Aussaat der Winter­früchte überhaupt.

Verfolg.

Jener Acker muß, seiner kalten Natur nach , zeitig, und wenn es die Fortschaf- fung des Düngers gestattet (der in Berg­gegenden oft sehr mühsam fortgedracht wer­den muß) und andere die Aussaat verzö­gernde Umstände, die nicht selten beim be­sten Willen, des Ackermanns Plan verei­teln , es zulasten , gewiß 3 Wochen bis spä­testens r 4 Tage vor Michaelis bestellt wer­den 1 damit noch vor Dem Eintritt des Winters die Pflanzen sich stark genug be­wurzeln können, um den Abwechselungen zwischen Frost und Thauwetter zu wider­stehen. Dieser hingegen, wenn er zumal viel Sandtheile hat, bedarf nach seiner warmem Eigenschaft auch einer spatcrn Bestellung, da die eingesaeten Früchte hier geschwinder keimen, geschwinder aufwach­sen, und dann bei zu zeitiger Aussaat und einem guten Herbstwetter durch zu viel un- zeitig angesogene Nahrungssäfte den Acker dahin erschöpfen, daß im Frühling die Pflanzen matt und spitz, ohne sich zu be­standen, aufschießen, kleine Aehren ma- chen, und eine schlechte Ernte liefern. Im allgemeinen jedoch angenommen, hat der Erfolg vielfältig angestellter Versuche eS gelehrt, daß eine, jedem £lima zwar an­gemessene , ledoch zeitige Ar'S'aat der Win­terfrüchte stets den einträglichsten Ei folg habe; und keiner kann sich von dieser Wahr­heit lebhafter überzeugen, als der Haus­halter , welcher besonders in berqiqten Ge­genden Feldnachbarn hat, die oft wohl aus Unvermögen, nicht selken aber auch auö Dorurtheil, und bei ihrer einmal zur Ge­wohnheit gewordenen Langsamkeit mit ihrer Bestellung dann erst anfanqen, wenn der strissigr Landwirch die semize bereits und

oft schon langst beendigt hat. Hier' kom­men die traurigsten Folgen der Umhang, keit zum Vorschein; und ee entstehen manch-, mal aus anfangs klein scheinenden liebeln dann immer grössere aus sich selbst Durch die nachlässige schlechte und späte Bestellung sowohl der Winter- als Sommerfelder werden sehr oft zwei bis drei schlechke ge­gen eine nur mrttelmasige Ernte bemerk­lich. Es entsteht Frucht - und Stroh- mangel; aus ersterm aber, Mangel an Gelde. Bei wenigerm Stroh aber kann nun also weniger Vieh gehalten und aus- gefüttert , mithin auch weniger Dünger ge­macht werden. Die Länderei gerath da­durch von Jahr zu Jahr in schlechtere Ver­fassung. Jede Ernte wird geringer, und der Getraide- und Slrvhmangel nimmt zn. Die Pferde werden bei geringerm Fut" ter immer schlechter, und zülezt ganz ma­rode. Manches Stück Land bleibt nun unbeackert liegen, und der Wirth sieht, wenn er nun durch Schaden aufmerksam geworden, kein Mittel, sich zu Helten, wird mißmuthig, und eben dadurch noch mehr nachlässig , leihet und borget was ihm fein deteriorlrter Hof versagt, gerath immer tiefer hinein, und das Ende von alle dem ist leicht abzusehen.

Vom Anbau versckievener Rsblareen un­seren großen Nutzen in Oer Haus- Haltung.

Die verschiedenen Kohlarten, die in der Haushaltung von großem Nutzen sind, und deren Anbau man hier beschreiben will, sind: der sogenannte KabuS- (Weiß- Kraut) Savoye- Wirsing- Blu­men- und brauner Kohl. Alle diese Arten geben nicht nur ein ganz vortreflicheS Gemüse auf unfern Tisch, sondern der Ab­fall von demselben dienet auch zu einer« guten Futter fürs Vieh; und aus dieser Ursache verdienet der Anbau derselben dem Llmdmtmn sehr empfohlen zu werden Da