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Gedanke»
über Die Baum;uchc imZ Grossen,, zur Besetzung der Haupt- und Land- strüssen mit Bäumen.
Verfolg.
Die Verschönerung eines?- Landes, welche hierdurch noch einen starken Zuwachs bekömmt, wenn auch schon ohne dies die herrlichsten Lustschlösser,, Gärten und Städte ein Land sehenswürdig machen,^ gereicht nicht nur zum Vergnügen und Ruhm der Einwohner, sondern sie ist auch nicht ganz ohne Nutzen. Ware irgendwo in Deutschland eine beträchtliche Strecke durchgehends mit Daum - Alleen bepflanzt, es selten gewißlich viele reisende Ausländer Lust bekommen, ein Land zu sehen und sich darinn aufzuhalten, wo man meilenlang unter dem angenehmsten Schatten wandeln und an herrlichen Baumfrüchten sich ergötzen und sich damit erqui- cken kann..
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Die Luft kann sich nur da ihrer frem- den Theilgen entledigen, wo etwas ist,, das diese einschluckct. Gegenden also, wo wo nur wenig Holz - und Baumgewachse anzutreffen sind , werden niemal so gesund seyn, als solche, wo sich die Luft an Ge- bürgen, Waldern und andern Baumen anstossen kann. G'ebt es in jenen Gegenden noch Sümpfe und Moraste,- aus welchen beständig schädliche Dunftetn die Luft aufsteigen,, so' sind sie noch ungesunder. Hin grosser. Theil des Königreichs Ungarn mag hievon einen Beweis abgeben. War- den in dergleichen Gegenden nur erst ordentliche Strassen angelegt, wozu man auf beiden Seiten soviel Erde herausnehmen wüßte, als zu. einer zwei Fuß hohen Erhöhung über dir andere Erdfläche nvlhig: ist , und sodann; diese erhöhte Straffen mit Baumen besejd: so müßte sich in kurzer Zeit ein sehr gpter Erfolg zeigenundsnicht-
nur eine solche Gegend gesünder gemacht — sondern, auch nach, und nach dem Holz? mangel abgeholfen werden tonnen.
Haben die ersten Belaier in ihren Nie- derlassungtn Anfangs Nichts als ein Chaos von Schilf,. Sand und Wasser angelrof- fen, und durch unermüdeten Fleiß und Arbeit in der Folgezeit endlich ihr Land gleichsam zu einem Paradies umgrschaffen; warum solle e» anderwärts nicht auch möglich seyn, dem Land, eine andere Gestalt zu geben,, und selbst phisischen Uebeln abzu- helfen 3 Beharrlichkeit kann endlich noch die pontinrschen Sümpfe auetroknen..
Ich gebe zu, wie schon erwähnt, worden, daß dieser Gegenstand schon von meh- rern andern, unß vielleicht noch kundiger als von mir, durchgedacht worden sey.. Aber ich mache mir hieraus selbst die Frage,, warum doch bei allen Ermunterungen,' gleichwohl eine Sache nicht so in Bewegung gesezt, vor die Hand genommen und zur Ausführung gebracht werden, wie es ihre Wichtigkeit, und so zu sagen ihre Na- tur erfordert. Man hat doch weit grössere Dinge unternommen und zu Stande gebracht ;. man hat Berge abgehoben und Thäler damit ausgefüüt; man hat ganze Berge durchqraben,. schiffbare Flusse und Seen durch Canäle mit einander, vereinigt, und dies alles, der Handlung, der Der- breitung. deO Lu<ruö wegen, oder — die.' landesherrlichen Einkünfte zu vermehren.
Die Baumzucht im Grossen, mußent- weder in den Augen derjenigen, welche zur. Ausführung hinlängliche Macht und Vermögen besitzen, nicht wichtig genug schei- nen sie zum Gegenstand ihrer Sorge und Thätigkeit zu machen, oder man gedenkt: sich Schwierigkeiten dabei, die nicht zu heben zu seyn scheinen. Sie ist freylich in allem Betracht eine Unternehmung, welche nur grosse Herren „ Landesregenten und


