Ausgabe 
11.2.1797
 
Einzelbild herunterladen

Von den Hähnern.

Verfolg.

Man muß auch die Hühner- begreifen, che man sie aus ihrem Stall fliegen laßt, damit man genau wisse, welche Hühner Denselben Tag legen wallen, und wie viel Eier man zu gewarten hat, und über» s Haupt die Hühner in den Stall und aus demselben zählen, bei diesem Greifen aber muß sich die Wirthschafterin die Nagel fein abschnkiden, damit sie inwendig nichts verletzet.

Viele Hühner vertragen auch ihre Eier, das ist ein Fehler, weswegen manche ab­geschafft werden, und es ist auch ralhsa- mer. Doch dieses zu verhüten, will ich ein Hausmittel Vorschlägen, wer es nach- machen will, der thue es.

Eine alte Hühner-Mutter, die ich auch deswegen um Rath fragte, gab mir folgenden, im Grunde sehr abergläubischen Rath, nemlich: ich sollte die Hühner die ersten 12 Tage im Jahre hindurch in einem Reifen füttern, nemlich ich sollte einen Reif auf die Erde legen, und das Futter hinein schütten , damit dieses von ihnen in dem magischen Kreiß aufqezehret würde, und so würde mir keine Henne ihre Eier vertragen. Wer Lust hat eS zu proben, der thue eS, ich habe nicht versucht, aber dennoch bin ich von andern der Wahr­heit versichert worden»

Hühner sind nun auch Krankheiten unterworfen, und zwar am meisten dem- Pips Der Pips ist eine Krankheit, die sich nach der Erndte bei ihnen einfindet,, und sie können nicht-fressen, haben auch keine Luft; oft trift dieses die Küchen im den ersten 14 Tagen. Die Hühner und» Küchen sitzen auf einem Fleck, drücken sich- zusammen und machen eine klägliche Fi- zur, man muß dahero ungesäumt die Kur

vornehmen, daS Huhn mit einem Finger unter der.Kehle drücken, den Schnabel aufmachrn und ihnen daö weiße Häutchen unter der Zunge mit einer Scheere entzwei schneiden, dadurch wird die Zunge wieder frei, und sie können fressen, schnarchet aber daö Huhn durch die Nase, so muß man ihnen eine kleine Feder ausziehn und durch die Nase stecken , denn alsdenn ist es schon, gefährlich; nachdem dies geschehn, muß man dem Huhn noch etwas Butter mit Pfeffer oder Ingwer in Schnabel schmie­ren, dies heilt den Schnitt und dieZunge. Ingwer ist besser als Pfeffer, letzterer beißt zn sehr. Duffes ist die Kur, und man laßt sie lausen. lUbrigenti kann man den Hühnern Feldkümmei in das Saufen thun, dieses ist ein Verwahcungsmittek wider, den Pips..

Von den Zähnen-.

Die Hähne oder Köcker sind daS mann-- liche Geschlecht beim Hühnervieh. Die be­sten Hahne sind folgende: sie müssen einem hohen Kamm und starken Dart und Stimme haben, schwarze Augen, lange und gelv- schimmernde Federn am Halse, eine breite- und starke Brust , wohlgestalteten Leib, starke und hohe Füße, dicke und gebogene-- schwarze lange Klauen und Sporen. Ein Hahn, der auf seiner Mistunq unverzagt und herzhaft ist, nicht weicht, sondern mit offenem Schnabel, ausgespannten Flü­geln , und springenden Füßen bereit steht links und rechts, hinten und vorne sich tapfer zu- wehren , und nicht eher nach- läßt, bis fein Gegner mit niedergeschlage­nem Kopf abzieht, dieses ist die rechte Art: Hahne.

Der Haushahn hat nächst diesen gu­ten Eigenschaften auch noch diese, daß er der Wecker, Nachtwächter und Wetterpro- phete auf dem Hofe ist. Mancher Knecht,, manche Ausgeberin verlaßt sich auf den

Hahn,,