Ausgabe 
9.12.1797
 
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ßitlenKÜrje mißbrauch,«. Zwar tjaltirt man dadurch sein LebenSgefuhl, aber man deschleunigt auch das intensive Leben und die Lebensaufreibung, und hindert dir Re- flauration , wie das schon die Magerkeit solcher Leute von feuriger Imagination be- weißt. Zwei Imaginationen scheinen vorzüglich gefährlich zu seyn ; die Krank- heiteembildung und die Empfindeley.

Die erstere Jmaginationrkrankheit ist hauptsächlich ein Eigenthum der Hypo- ch^ndristen; auch derjenigen Nichtarzte, die zuviel Mtdicinische Schriften leftni ee ge­hören auch Sahin die Wahnwitzigen quoad ctrtum objettuin.

Die Jmaginationskrankheit erzeugt Krankheit und verkürzt also nicht nur über­haupt, sondern auch wegen de» widersin­nigen Mrdicinirens das Leben.

Nicht weniger schädlich ist die zweite Krankheit der Einbildungskraft, die Em­pfindeley die romaiihafte Denkart, die traurige Schwärmerei. Es ist ganz einer­lei , ob man die traurigen Begebenheiten selbst erlebt, oder durch Romanen und Empfindeley sichsolebhafi mucht, vaßman eben das mederschlagend« Gefühl davon hat. Man kann sich leicht denken, wie destcuirend eine solche Seelenstimmunq seyn muß, d»e beständigen Trübsinn zum Ge­fährten des Ledens hat.

XI. Gifte, sowohl physische, als c o n t a g i ö s e.

Man versteht darunter alle Substan­zen, die schon in geringer Menge sehr nach­theilige oder z-rstörrnde Wirkungen in dem menschlich n Körper hervorbringen können. Einige wirken heftig, anoere schleichend, einige ichnell, andere langsam, einige von aussen, andere von innen, einige sichtbar, andere unsichtbar. Jeder Mensch sollte diese G'fle kennen, um sich davor hüten zu können.

Von den physischen Giften ist die Kenntme folgender vorzüglich notlug: der Arsenik, Operment Wit viele Mn sch en sind schon durch dieses Gift, au» Vorsatz, aus Unwissenheit und durch vergütete Maule ums Leben gekommen. Weit siche­rer ist die Anwendung der Krahnsugen (Nux vomica ) gegen Sie Mause.

Ein nicht weniger furchtbares Gift ist das Bley. Die gewöhnlichen Vergiftun­gen geschehen durch Zinn und Bley, unv schlecht glasurte-Geschirre, und durch die Weine; auch durch die Schminke von Bleykalken.

Hierher gehören ferner die Queasil- ber- Spieszlas- und Kupferzubereilun­gen und wobei besonders vor dem Kochen in kupfernen Geschirren zu warnen ist.

Auch unzählig sind die Beispiele von Unglücköfällen von Giften aus dem Psian- zrnreiche t vom Opium, Tollkirsche ( Bel­ladonna ), Schierling (Cicute ), Bilsen­kraut (Agoscyamns) , Nachtschatten s8o- lannm Furiolumj, Wolfskirscht (Eiuls), Tallkorn (lolium temulentum ), mehrere Arten Lanunculus, der giftige Lattich (Laftuca virofa ) , Kirschlorbeer ( Lauro- cerafus); giftige Schwämme, die bittern Mandeln u. s. w.

Selbst die Luft kann vergiftet seyn, durch faulichte Substanzen; von vielen Menschen; besonder» in einem verschlosse­nen Raum; von Kohlen; sogar von star­ken Wohlgerücken.

Weit furchtbarer sind jedoch die con- tagiösen Gifte, die Contagien, Miasmen. Man kennt sie noch nicht recht; sie wüthen ungestört und besitzen noch die besondere Kraft, sich in jed- m lebenden Wesen zu re- produziren und sich bi» ms unendliche zu erzeugen und fortzupfianzen

Jede Thierklasse hat ihre eignen con- taqiösen Krankheiten, die auf andere nicht wirken Nur eines scheint Thieken und Menschen eigen zu seyn, da» Wuthgift

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