— ) 194 ( *—
Von -er praktischen Kunst das Leben zu verlängern.
Verfolg.
VH. ? eben 6 ver! urze nde Seelenstimmungen und Leidenschaft len — üble Laune — all zu-> große Geschäftigkeit.
Einen vorzüglichen Rang unter den Derkürzungsmitteln des Ledens behaupten aewlffe Seelenstimmungen und Gewohnheiten, die'feindlich auf das Leben wirken, Traurigkeit, Kummer, Verdruß, Furcht, Angst,' Kleinmuth, hauptsächlich Neid und Mißgunst. Sie alle erschöpfen die feinsten Lebenskräfte, stören besondere die Verdauung und Assimilation, schwächen die Kraft des Herzens und hindern auf diese Art das Wichtige Geschäft der Restauration.
kraft und daS Bewußtsetzn. Die Zuckungen , da» Röcheln, die scheinbare Todes« angsti sind nur für den Zujchauer ängstlich, nicht für den Sterbenden, der nicht» em» p findet.
3) Man denke sich das Leben immer als das, was es ist, als einen Mittelzu- stand, als eine Periode der Entwickelung und Vorbereitung, als ein Fragment unsrer Existenz , durch das wir blos zu andern Perioden übergehen und reifen sollen,
4) Auch wird der Gedanke an die Vorausgegangenen die Todesfurcht sehe mildern die unserm Herzen nahe waren, und die uns.gleichsam au» jenem dunkeln Lande freundlich zuwinken.
IX, Müßiggang — Unthatigkeit — Langeweile.
VIII. Furcht vor dem Tode.
Keine Furcht macht unglücklicher, als hie Furcht vor dem Tode. Folgende Regeln sind gegen die Todesfurcht die wirksamsten:
i) Man mache sich mit dem Gedan- fen an den Tod recht bekannt und sehe dem unentfiiehbaren Feind beherzt in die Augen, daß er ihm endlich gleichgültig wird. Wo findet man glücklichere und lustigere Leute, al» unter den Soldaten, Matrosen und Bergleuten? welche eben durch die bestün- 't>iqe Nahe des Todes ihn verachten gelernt haben. — Dieses Mittel hat auch den Ne- brnnutzen, tugendhaft und rechtschaffen zu bleiben. . .
2) Mancher fürchtet weit weniger den Tod, als die Operation des Sterbens. Da macht man sich die allersonderbarsten Begriffe von der letzten Tsdeenoth. Der Mensch kann keine Empfindung vom Sterben haben, denn Sterben ist nichts anders, als die Lebenskraft verlieren ! in demselben Verhältnis also, als sich die Lebenskraft perliert, verliert sich auch die Empsindungs-
Auch der Nichtgebrauch unserer Kräfte kann das Leben verkürzen, weil dadurch gar leicht Unbrauchbarkeit der Organe, Stockung, mangelnde Reinigung der Safte und schlechte Restauraiion entsteht. Die Erfahrung stellt keinen einzigen Müßiggänger auf, der ein hohe» Alter erreicht hat. Sie bestätigt mehr das Gegentheil. — Die>enige Verfassung und Stimmung der Seele, die wir Langeweile nennen, ist eine Folge der körperlichen oder Scelen- Unthätigkeit, und umhin muß sitdiencm-- lichen Uebel nach sich jiehrn. Bei einem melancholischen Temperament kann Langeweile sogar zum Selbstmord führen. — Das einzige Mittel gegen die Langeweile ist bestimmte Berufsarbeit.
X. Ueberspannte Einbildungskraft — Krankheitseinbildung — Emp findet ey.
Die Phantasie ward uns zur Würze des Levens gegeben , aber so wenig dirphy. sische Würze tägliche Nahrung werden darf, eben so wenig darf das geistige Leben diese
Seelen-


