Ausgabe 
9.9.1797
 
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In diesem Falle soll er voraus setzen/ daß eigentlich nur 50 Pfund Alkali mit^brenn» barem Wesen angeschwängert/ die übrigen 50 Pfund aber noch gemeines Alkali sind. Ist nun Vie Biutlauge gerade so beschaffen/ so läßt sich wider ein solches Verfahren nichts einwenden. Kann aber wohl ein Fabrikant verbürgen/ Daß er einmal wie das andere eine Blutlauge von gleicher Gute bereite/ oder wird er vielmehr nicht einge- stehen müssen, daß das Laugensalz bald mehr, bald weniger phlogisiisirt sey. Er- rignet sicher nun, daß seine Blutlauge nun einmal besser ausfällt, als sie nach seiner Vorschrift ausfallen sollte/ so hat er ge­rade da Schaden / wo er der Natur der Sache nach großen Nutzen haben konnte und sollte. Sind z. B. in seiner Blutlauge aus ioO Pfunden Potasche >0 Pfund phlo- qistisirt. und nur noch 2oPfund nicht phlo- gistisirte übrig: so wird der Erfolg styn/ daß 50 Pfund phlogistisirte Lauge sich mit ^0 Pfund Eisenvitriol/ und die 20 Pfund freie Lauge sich mit eben so vielen Alaun verbinden. 3c Pfund phlogistisirte Lauge und 30 Pfund Alaun, die in dem ange­nommenen Falle noch übrig sind, gehen keine Verbindung mit einander ein/ und sind für den Fabrikanten verloren.

Rechnet man hierzu noch den gelben Eisrnniederschlag, der durch das frei^Al- kai erzeugt worden ist, und welcher durch einen Zusatz von Säure wieder aufgelost werden muß. und wobei man nicht zu ver­hindern im Stande ist, daß nicht auch ein Theil der mit Unkosten erhaltenen Akaun- erde wieder aufgelöst werde und verloren gehe, so vergrößert sich der Verlust immer mehr und mehr. Wenn aber durch irgend einen unglücklichen Zufall, der sich bei die- fer Arbeit leicht ereignen kann / von 100 Pfunden Laugensalz nur 40 Pfund phlo- gistisirt waren , und 60 Pfund sich noch in dem Zustande des semrintn Alkali hefan-

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den / so werden von roo'Pfunden der gu gleichen Theilen vermischten Eisenvitriol und Alaunauflösung 40 Pfund Eisenvitriol als Berlinerblau , lv Pfund Eisenvitriol als Ocher und 50 Pfund Alaun als Erde niedergeschlagen werden. Dieser Pracipl- tat kann nicht anders als sehr schmutzig ausfallen f und wird durch eine große Menge zugesetzter Säure erst verbessert wer­den muffen. In diesem Falle verliert dec Fabrikant io Pfund Eisenvitriol und 10 Pfund Laugensalz, ohne die zugesetzte Saure und die dadurch unfehlbar mit auf­gelöste Alaunerde in Anschlag zu bringen. In diesem angeführten Falle wirddieFarbe schlechter, und in dem eben angeführten Falle besser auefallen sollen. Die Fabri­kanten also, welche nach der allgemein an­gepriesenen Vorschrift , die den Eisenvitriol und Alaun sogleich mit einander zu vermi­schen gebietet, arbeiten, werden bald ein schönes, bald ein minder schönes Berliner­blau erhalten / und stets Verlust bei ihrer Arbeit haben.

Ich wage es daher in Rücksicht der Pracipilation folgende Vorschrift zu ge­ben, von welcher ich durch mehrere Ver­suche belehrt und überzeugt worden bin, daß man

i. nie etwas von seinen Materialien ver­liert ,

2. allezeit ein gleiches Verlinerblau er­halten, und

3. den gewöhnlichen Zusatz von Säuren, um das Berlinerblau zu beleben/ ganz ersparen kann.

Man bereite sich also unter den ge­wöhnlichen Handgriffen die sogenannte Dlutlauge. Ferner setze man das Ver­hältnis des Alauns und des Eisenvitriols gegen einander in Gedanken fest. Man filtrit die Blutlauge in ein geräumiges Ge­sas. Dm Alaun und Eisenvitriol löse man