In diesem Falle soll er voraus setzen/ daß eigentlich nur 50 Pfund Alkali mit^brenn» barem Wesen angeschwängert/ die übrigen 50 Pfund aber noch gemeines Alkali sind. Ist nun Vie Biutlauge gerade so beschaffen/ so läßt sich wider ein solches Verfahren nichts einwenden. Kann aber wohl ein Fabrikant verbürgen/ Daß er einmal wie das andere eine Blutlauge von gleicher Gute bereite/ oder wird er vielmehr nicht einge- stehen müssen, daß das Laugensalz bald mehr, bald weniger phlogisiisirt sey. Er- rignet sicher nun, daß seine Blutlauge nun einmal besser ausfällt, als sie nach seiner Vorschrift ausfallen sollte/ so hat er gerade da Schaden / wo er der Natur der Sache nach großen Nutzen haben konnte und sollte. Sind z. B. in seiner Blutlauge aus ioO Pfunden Potasche >0 Pfund phlo- qistisirt. und nur noch 2oPfund nicht phlo- gistisirte übrig: so wird der Erfolg styn/ daß 50 Pfund phlogistisirte Lauge sich mit ^0 Pfund Eisenvitriol/ und die 20 Pfund freie Lauge sich mit eben so vielen Alaun verbinden. 3c Pfund phlogistisirte Lauge und 30 Pfund Alaun, die in dem angenommenen Falle noch übrig sind, gehen keine Verbindung mit einander ein/ und sind für den Fabrikanten verloren.
Rechnet man hierzu noch den gelben Eisrnniederschlag, der durch das frei^Al- kai erzeugt worden ist, und welcher durch einen Zusatz von Säure wieder aufgelost werden muß. und wobei man nicht zu verhindern im Stande ist, daß nicht auch ein Theil der mit Unkosten erhaltenen Akaun- erde wieder aufgelöst werde und verloren gehe, so vergrößert sich der Verlust immer mehr und mehr. Wenn aber durch irgend einen unglücklichen Zufall, der sich bei die- fer Arbeit leicht ereignen kann / von 100 Pfunden Laugensalz nur 40 Pfund phlo- gistisirt waren , und 60 Pfund sich noch in dem Zustande des semrintn Alkali hefan-
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den / so werden von roo'Pfunden der gu gleichen Theilen vermischten Eisenvitriol und Alaunauflösung 40 Pfund Eisenvitriol als Berlinerblau , lv Pfund Eisenvitriol als Ocher und 50 Pfund Alaun als Erde niedergeschlagen werden. Dieser Pracipl- tat kann nicht anders als sehr schmutzig ausfallen f und wird durch eine große Menge zugesetzter Säure erst verbessert werden muffen. In diesem Falle verliert dec Fabrikant io Pfund Eisenvitriol und 10 Pfund Laugensalz, ohne die zugesetzte Saure und die dadurch unfehlbar mit aufgelöste Alaunerde in Anschlag zu bringen. In diesem angeführten Falle wirddieFarbe schlechter, und in dem eben angeführten Falle besser auefallen sollen. Die Fabrikanten also, welche nach der allgemein angepriesenen Vorschrift , die den Eisenvitriol und Alaun sogleich mit einander zu vermischen gebietet, arbeiten, werden bald ein schönes, bald ein minder schönes Berlinerblau erhalten / und stets Verlust bei ihrer Arbeit haben.
Ich wage es daher in Rücksicht der Pracipilation folgende Vorschrift zu geben, von welcher ich durch mehrere Versuche belehrt und überzeugt worden bin, daß man
i. nie etwas von seinen Materialien verliert ,
2. allezeit ein gleiches Verlinerblau erhalten, und
3. den gewöhnlichen Zusatz von Säuren, um das Berlinerblau zu beleben/ ganz ersparen kann.
Man bereite sich also unter den gewöhnlichen Handgriffen die sogenannte Dlutlauge. Ferner setze man das Verhältnis des Alauns und des Eisenvitriols gegen einander in Gedanken fest. Man filtrit die Blutlauge in ein geräumiges Gesas. Dm Alaun und Eisenvitriol löse man


