Ausgabe 
9.9.1797
 
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Ber'trkZ j» einer wohlfeilerrr Bereitung Des Berlürcrblütt's.

s i Verfolg. <

Im zweiten Falle, wenn man das Ei­sen mit einer, freies Laugensalz enthalte­nen Blutlauge Niederschlagen und eine un­reine Farbe erhalten hat, gießt man eben­falls nach und nach etwas von einer freien Saure auf den Präcipftat. Man kann nach Willkühr sich der Vitriolsäure, der Salpetersäure, der Salzsäure, oder der Essigsäure, kurz einer jeden, die den Ei- senkalch auflöset, bedienen. So wie man anfängt die Säure nur tropfenweise z-izu- setzen, bemerkt man auch eine Veränderung in dem schmuzig grünen Niederschlage., Er wird merklich blauer. Denn die Säure löset den gelben Theist des Niederschlags sehr leicht auf, dsn blauen greift sie aber nicht im geringsten an. Der gelbe Nie­derschlag, der nunmehro mit einer Saure verbunden, eine Eisenausiösunq ausmacht, muß durch Wasser von der Farbe abgeson­dert werden.

Dieses Mittels kann man sich wohl bedienen, wenn man im Kleinen das so genannte Pariserblau macht; aber bey ei­ner fabrikmäßigen Bereitung dieser Farbe, ist ein solches Verfahren zu kostbar. Denn in den beyden angeführten Verdesserungö- arlen geht in der erstern das nicht phlo- gistisirte Laugensalz nebst der zugesetzten freien Saure, und in der andern mit die­sen zugleich ein Theil Eisenvitriol verloren. Wenn man nun z. B- im Großen eine Blutlauge aus 100 Pfunden Pvtasche be­reitet hätte, wovon nur zwey Drittheile phlogistisirt waren, und man wollte den nicht phlogistisirten Antheil durch Saure wegzuschaffen suchen, so geschehe dies mit Verlust eines Drittheiles von Laugensalze, ohne die Saure in Anschlag zu bringen, die ungefsthr die Halste betragen würde,

Dahero hat man im Großen einen andern, weniger kostspieligen Weg einschlagen. Man wacht, wenn die Blutlauge verfertiget ist, Auflösung aus Eifer.vitriol und aus Alaun. Das VerhäUniß richtet sich nach der dunk- lern oder Hellern Beschaffenheit der Farbe, die man haben will. Auf einen Theil Ei­senvitriol kann man zwey bis fünf Theile Alaun nehmen. Diese beyden lAuflösun- gen nun vermischt man mit einander und gießt^e nach und nach in die Blutlauge. Der mit Brennbarem vollkommen gesät­tigte Theil der Blutlauge kann keine Alaun- erde Niederschlagen. muß folglich die Alaunerde nur von dem freien Alkali pra- cipitirt werden. Allein man kann dadurch doch nicht ganz verhüten, daß nicht auch ein Theil Eisen von dem freien Alkali braungelb medergeschlagen werde i wodurch die Farbe ein schmutziges Ansehen bekom­me. Durch zugegossknes Vitriolöl oder Salzgeist löset man den braungelben Nie­derschlag wieder auf, welches man die Farbe beleben nennt.

Dieses Verfahren ist zwar etwas we­niger kostspielig, aber noch lange nichtvoll­kommen genug. Denn erstlich wird da­durch doch nicht ganz der gelbe Nieder­schlag verhütet, der zwar hier nicht in sol­cher Menge entsteht, als da, wo man kei­nen Wann zusetzt, aber doch immer noch beträchtlich genug ist. Ferner tritt bey diesem Handgriffe der nicht weniger üble Umstand ein, daß man nicht immer ein gleiches Berlinerblau zu verfertigen im Stande ist. Du.ch einige willkuhrlich an­genommene Bepspie.le will ich das Letztere deutl'ch zu machen suchen. Gewöhnlich arbeitet ein jeder Fabrikant nach einer ihm beliebigen, aber bestimmten Vorschrift, von welcher er selten adweicht. Wie wol­len also dm Fall setzen , er rechne auf eine Blutlauge von lvo Munden Potasche 50 Pfund Eisenvitriol und 5vPfund Alaun.