Ausgabe 
8.7.1797
 
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Anweisung wie wiCM ftd) bei Der ErzresittNA junger pferöe , von ihrer Geburt an bis ins Dritte Jahr, ;u verhalten habe.

Verfolg.

§. 2.

Von der Behandlung der Füllen int er­sten Winter, wenn sie entwöhnet sind.

Nach der Entwöhnung der Füllen, kömmt es auf die Zahl dieser jungen Thiere, auf die Zeit, .und auf die Um­stande des Besitzers an, was er ihnen für einen Platz einräumet, wenn er sie von den Müttern ftheidet.

In großen Gestütten hat man so­wohl für die entwöhnten, als für die i, 2 und 3 Jahre alten Füllen, einen besvn- dernStall; istdieZahl derselben beträcht­lich , so bekommen sie besondere Wärter, und diese die Belehrung , wie die jungen Lhiere behandelt und ernähret werden müssen.

Ehe die Füllen in den Stall gebracht werden, ist es gut, wenn man alle zu­sammen im Anfänge des Septembermo- uats in einen umzäunten Ort sammelt, und allda so lange laßt, als es die Wit­terung erlaubet, ehe sie in ihreWohnung geführet werden.

In diesem Stücke kömmt auf die Lage der Länder, auf die Wärme, auf das Wachsthnm des Grases, und die übrigen Umstande vieles an.

Nach dem Verhältnisse derselben, werden die Füllen gemeiniglich früher, oder spater aebohren ; folglich auch frü­

her, oder später entwöhnst, und in ihre Winterherbergen gebracht. In keinem Lande aber müssen diese jungen Thiere zu spat der Kalte ausgesetzet bleiben, wenn sie anders nicht Schaden leiden sotten

Kömmt also die Jahreszeit herber,, wo man sie nach Hause bringen muß, so treibet man sie in die Ställe. Es ver­sieht sich von selbst, daß dieselben nach der Zahl dieser Thiere geräumig, weit, luftig, mit Krippen und Raufen verse­hen,'und in allem so eingerichtet scyn müssen, wie es sich für Füllen von diesem Alter gehöret.

Große Stalle haben hier einen vor­züglichen Werth; sie werden nicht so heiß, und dienen den'Thieren (wenig­stens den ersten Winter, wo sie nicht an­gebunden werden dürfen,) in gewissem Betrachte, zur Bewegung.

Weil den Tbicren die Hitze schadet, müssen die Stallthürcn und Fenster, Ta- und Nacht offen stehen; bei den lczten schlägt man blos die Gatter zu. .Oie gepflasterten, und mit Abzügen versehe­nen Stalle, sind den uugepflasterten vor­zuziehen. Ziegelsteine geben zu dem Ende vortrefliche Dielen ab; in den ungepfla­sterten stehen die Füllen auf dem Miste, und dieser ist allezeit schädlich.

Leute, die entweder nur eines, oder nur etliche Füllen haben, müssen bei dem Entwöhnen auf eine andere Art verfah­ren. Sie müssen, bevor sie das Füllen entwöhnen, es neben der Mutter anbin­den ; und wenn es nicht mehr fitngen. soll, an einen andern Platz im nämlichen Stalle befestigen.

Was die Wartung und Fütterung den ersten Winter betrifft, so geschiehet es fvlgendermasen r

Frühe bekommen die Füllen gutes- süßes Heu, so viel sie vonnöthen haben. Portionen heissen nichts ; die Thiere müs­sen nicht nur so viel Nahrung erhalten, sich eine Stunde den Hunger zu vertrei- hen, sondern gorade so viel, dasssie stark