Ausgabe 
8.4.1797
 
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Allgemeiner Küchenzettel.

Das Gute und Böse, die glück - und unglücklichen Entdeckungen, das Unheil und die Verwirrung, die physischen und politischen Revolutionen, welche Küche und Keller durch ihren Gesetzgeber, den bis zur Ueppigkeit sich verfeinernden Geschmacks­sinn, auf unserm Erdball hervorgebracht Haden, und noch täglich hervorbringen, sind so wichtige Erscheinungen, daß sie wohl verdienten, einmal durch eine nähere Untersuchung an das Licht gestellt zu wer­den.

Es ist eine von allen Physiologen an­erkannte Wahrheit, daß die Eigenschaften der Speisen und Getränke auch die Be­schaffenheit der Safte verändern, und folg­lich ans die ganze menschliche Organisa- lion den wesentlichsten Einfluß haben müs­sen. Allein diejenigen Veränderungen, welche vermittelst der Diät selbst im Ge­hirn und Nervensystem statt finden können, sind vielleicht viel zu subtil an sich, und gehen auch zu langsam von statten, als daß es möglich gewesen wäre, sie zu be- vbachtm ; und dennoch liegt schon in der ausnehmenden Zartheit des unbekannten Wesens, welches der Grund der Eigen- thümlichkeit eines jeden Naturkörpers ist, die Möglichkeit, daß es irgend wo in ei­nem Körper, dem es einverleibt wird, sein analoges Plätzchen findet, und irgendwo tin feines Organ modificirt. Ja, die Em­pfänglichkeit einer ganzen Organisation könnte solchergestalt vielleicht durch drn Gc- tiut? mannichfaltiger Nahrungsmittel erhö­het werden.

Wie sehr hängt nicht die Stimmung unserer Gefühle größtentheils ganz offen­bar von der vermehrten oder verminderten Reizbarkeit der Nerven des Unterleibes ab 3 Wie auffallend sind nicht die Wirkungen jenes feinen , fast unsichtbaren K-nstnsuS

zwischen den Werkzeugen des Verstandes und denen der Verdauung;

ES wird daher unsern Lesern angenehm seyn, wenn wir ihnen hier eine Liste von Speisen mntheilen, wie solche nach den Graden ihrer Verdaulichkeit von einem ge­nauen Beobachter, dem Herrn Gosse entworfen ist, welcher das Verschlucken der athmoSpharischen Luft, worinerzuerst eine brcchenerregende Kraft entdeckt hatte, bei seinen Versuchen sehr glücklich anwandte.

Obgleich diese Beobachtungen meistens auf alle Menschen passen werden, so ver­steht sich doch von selbst, daß solche nicht so allgemein seyn können, daß nicht Tem­perament, Alter und Lebensart eine Aus­nahme machen sollten.

I.

Unverdauliche Substanzen, oder solckk, die in der gewöhnlichen Zeit nicht haben verdaut werden können.

A. Aus dem Thierreiche.

i,. Die sehnigten, flechsichten und häuti­gen Theile vom Rinde, Kalbe, Schweine, Geflügel.

2. Die Knochen.

3. Die fetten und öligten Substanzen von diesen Thieren.

4. Das Weiße von harten Eiern.

R. Aus dem Pflanzenreiche.

5. Champignons, Morcheln und Trüf- feln.

6. Oeligte Samenkörner, als Nüsse, welche sowohl als Haselnüsse, Mandeln, Pinien, Pistacien, Kerne von Rosinen; von Birnen, von Aepfeln, von Pomeran­zen, von Johannisbeeren, von Citrvnen, von Oliven und Eacaobohnen.

7. AuSgepreßte fette Oele von Nüssen, Mandeln, Haselnüssen u. Oliven (Baumöl).

8 Trockne Roschen sind, obgleich gut gekaut, nach zwei Tagen, noch unversehrt im Magen gtlvestn,

9- Kam-