Ausgabe 
7.10.1797
 
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4) Bade und wasche deine Kinder flei- sig, und gewöhne sie zur Reinlichkeit.

5) Kleide sie in leichte«!, nicht war­mes Gewand, lasse sie brav herumsprin- gen und erfrieren, und lasse sie wohl mit unbedecktem Kopf und barfuß gehen, daß sie ft in abgehärtet werden.

6) Lasse sie kein Zuckerwerk und kei­nen Brandewein geniesm, und lehre sie bald die Tollbeere kennen, daß sie solche nicht auf dem Felde essen.

7) Gewöhne sie nicht zum unmasigen Essen. DaS Sprüchwort sagt: kein Viel­fraß wird gebohren, sondern erzogen.

Noch- nnd Hälfa-Tafel zurVerbZenng vcr Rindviehpesi, oder Viehseuche.

(Entworfen von D. Faust.)

Der Gerechte erbarmet sich seines Viehes. Sal. Spr. 12, co,

I. Grundsätze.,

l) Die Viehseuche, köserdürre, oder besser Rindviehpest enksiehet in Deutsch­land einzig und allein durch Ansteckung.

2) Sie wird durch Unvorsichtigkeit von einem Orte zum andern, von einem Land zum andern, vorzüglich vermittelst der Rindviehmärkte und des Viehhandels, weiter gebracht und verbreitet.

3) Wer zur Zeit der Pest kein Rind­vieh kauft oder tauscht; sein Rindvieh in Obacht nimmt; es allein hält; keine fremde Maschen dazu laßt; und dafür sorgt, daß Lin fremdes Rindvieh zu dem Seinigen, in seine Ställe, auf seine Wei­den und zu den Heerden komme; und so die Ansteckung verhütet: dessen Rindvieh bleibt gesund.

4) Jede Gemeinde, , die zur Zeit der Pest dafür sorgt: daß die zwischen mehre­

ren Gemeinden gemeinschaftlichen Hutm und Weiden zeitig getheilt und getrennt, und daß die Heerden bewacht werden; daß kein fremdes Rindvieh in die Gemeinde und zu den Heerden komme; daß ihr Rind­vieh allein sep; und daß jeder GemeindS- genösse seine Pflicht erfülle: die erhält sich frey von der Pest. *

Ls. Aeusserliche Kennzeichen der R i n d v i e h p e st.

Die Krankheit fängt mit einem unge­wöhnlichen, ganz besondern Husten an.

Der ganze Körper des Thiers wird mey- reremale des Tages und einige Tage nach einander von einem Schauder und von Zit­tern ergriffen, und die Hörner und Ohren sind bald kalt, bald heiß

Das Thier wird stiller, träger und schüch­terner , als es sonst war. ,

Die Freßlust wird geringer, und viele Thicre wollen nicht recht saufen.

Das Wiederkauen und MauüeckenNtMMt ab.

Die Kühe geben weniger Milch.

Das Thier wird traurig, läßt Kopf und Ohren hängen , schüttelt den Kopf und knirscht manchmal mit den Zahnen.

Die Haare werden rauh und borsten sich in die Höhe.

Die Augen haben ein eigenes, gleichsam gläsernes Ansehen.

Daü Thier krümmt sich oft, besonders beim Stallen und Misten

,Es stellet die Vorder - und Hinter Füße näher zu einander, und die Hinterfüße ste­hen auf den Spitzen.

Das Thier ist im Anfänge der Krank­heit gewöhnlich verstopft und der Mist ist trocken.

Die Freßlust und das Wiederkauen ver« lieren sich ganz; das Verlangen nach kal­tem Saufen nimmt zu.

Die Kühe hören nach und nach auf, Milch zu geben.

Am