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Verzeichnis
tzer Prediger , welche im i6ten Nnd _ I7ten Iahrhunvert za Giessen ge- fianden baden.
Landgraf Philipp der Grosmäthige führte 1527 die Reformation in Hessen ein, und einer alten geschriebenen Nachricht zu Folge soll schon 1526 zu Giessen die Lehre des Evangeliums gepredigt worden seyn. Giessen ist also eine der ersten Städte gewesen, welche die Reformation annahm, und zwar noch in eben dem Jahr, da sie Alsfeld annahm, welche gewöhnlich für die erste Stadt in Heilen gehalten wird. Es wurde dieser neue Glauben aber nicht mit Gewalt eingefuhrt, sondern, wie der Fürst bei Eröfnung des Colloquiums zu Homberg, £526 bekannt machen lies, „es ist des Fürsten Wille nicht, jemanden zu zwingen, sondern dies ist sein einiger Wille, daß man fieisiq erforsche, was zu einem guten Ktrchenregiment gehört."
Auf dem Krankenkelch der hiesigen Stadkkrrche findet sich die Zahrzahl <535/ und die Buchstaben T. RE. welche tempore reformationis bedeuten, und darunter FRIDDERICUS, welches ver- muthlich der Name de» Stifters ist, vielleicht auch des Predigers , oder de» Der- fertiger». Hieraus folgt aber nicht, daß die Reformation erst um d,"se Zeit eingeführt werden sty; wvkl aber, daß sie noch nicht ganz auf das Reine gebracht war, besonders wegen der Strej. tlgkeiten unter den Lutheranern und Re- formirten.
Der erste Prediger, von dem man Nachricht anffinden kann , ist Daniel G.e- fer, von Weichurq aebürtiq. Er kam 15zr hierher, und blieb bis 1542, da ihn H-rzoq Moritz zum Superintendent nach Dresden berief, weil er ihn auf einer
Versammlung der Fürsten zu Frankfurt mit grosew Bepfall predigen gehört hatte. Er starb dort 1591 im 87sten Jahr. ES geschieht seiner und seiner Frau Creyngen ( Catharina) in einem alten Kaufbrief Erwähnung 1538 und 1540. Im Jahr 1539 hat er die in Ziegenhayn verfaßte Ordnung der christlichen Kirchenzuchl im Fürstenthum Hessen mit unterschrieben. Auch gebiauchte ihn Landgraf Philipp der Grosmüthige mit bey dem wiedertöufrri- schen Tumult zu Grunderg, um die Ruhe wrederherzustellen.
Ein anderer Prediger ist Henrich Er war von Caldern in Hessen gebürtig, und stand von 1554 bi» 1565 al» Stadtpfarrer hier. Alsdann gieng er als Professor der Theologie nach Marburg, wo er 1575 siarb.
r Georg Nigrinus , aus Battenberg gebürtig, war Orlh's Nachft lgerundstaiid von 1566 bis 1580 hier; alsdann gieng er als Pfarrer nach Echzell ab, und war zugleich Superintendent der Grafschaft Nidda und des Distrikts Alsfeld. Erstarb zu Echzell 1 602 IM 72sien Iahr seines Altere. Seine Frau war Elßbeth von Sa-- jcen. Von dieser Znt an sind die Nachrichten zuverlässiger, denn da» Kirchenbuch bei hiesiger Stadt geht bis 1576 zurück. In diesem Jahr wird seiner Frau Elfi- betb darmn gedacht, da sie bei JobanneS Löber zu G vattern gestanden 1579 wurde ihm ein Söhnchen Hansi Hermann gr-» tauft, und i$8o wird seiner Tochter Mar- ggrecha bei einer Gevatterschaft gedacht.
D Jeremias Viktor, von Marburg, war Nigrius Nachfolger und stand, von 151 bis 1609, da er an einem Fall von der Treppe, starb, als Pfarrer allhier, und von 1602, feit Nigrins Tod, als der erste Superintendent in Gießen.
Neben


