Ausgabe 
2.12.1797
 
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Von der praktischen Luns? das Leben zu verlänger-r.

Verfolg,

III. Uebrrmäsigt Anstrengung

der S«e l e n k r ä f I e.

Es ist merkwürdig, daß die übertrir- tene Anstrengung der Seelenkrafte eben solche Wirkungen auf die Gesundheit und Lebensdauer ha»/ als die Verschwendung der Generationekrafte: Verlust der Ver­dauungskraft / Msmuth, Nieder'aeschla- genheit, Nervenschwache/ Abzeheunn, feüh- zeitiger Tod. Doch kommts auch hierbei gar sehr auf die Verschiedenheit der Natur lind der Anlage an. Waö ist dgher'Gxjeß in den Teistesanstrengungen 3 Dies ist eben so wenig im Allgemeinen zu bestim­men/ als das zu viel im Hssen und Trin­ken. Man kann den Exzeß im Denkge- schäft bestimmen:

v Wenn die Hebung des Körpers da­her zu sehr vernachlässiget wird.

2) Wenn man zu anhaltend über den nemlichen Gegenstand nachdenkt.'

3) Wenn man gar zu abstrakte und schwere Gegenstände bearbeitet.

4) Wenn mann immer producirend und nicht mit unter conc-pirend arbeitet

5) W nn man zu frühzeitig den Geist anstrenget

6) W'nn man invita Minerva studirt/ d b. über Gegenstände - die man ungern oder nicht cum amore treibt.

7) Wenn man die Seelenanstrengung durch künstliche Ritze erweckt oder ver- längert.

8; Wmn man in der Verdauungszeit den Kopf anstrengt.

9) W nn man die Zeit des Schlafs damit ausfüllt.

10) Wenn man das Studiren , mit uachtheiligen auffern Umstanden , verbin­det ; z. D. wenn man gekrümmt, und in einer eingeschlosienen Stubenlufl sitzt.

IV. Krankheiten deren ver­nünftige Behandlung g e- waltsame Todesarten Trieb zum Selbstmord

Fürchterlich ist dieses Heer heimlicher und öffentlicher Lebensfeinde in neuern Zeiten angewachsen. Man muß erschre­cken/ was durch LuxuS/ Sitte.rverderbnis, unnatürliche Lebensart und Ausschweifun­gen möglich worden ist. Von 1000 Men­schen sterben 24 gleich in der Geburt; das Geschäft M Zahnens nimmt ihrer somit; Eonouisionen und andere Kindettrankhei- ten in den ersten 2Jahren/ 277; die Blat­tern reiben 80 bis 90 auf, die Masern 10; sind es Weibspersonen, so sterben davon 8 im Kindbett; Schwindsucht/ Auszeh>'ung und Brustkrankheiten (in E gland wenig­stens ) iödten 190; andere hitzige Fieber 150: Schlaqflüffe 12; die Waste, sucht 41. Also kann man von 1000 Menschen nur 78 annehmen , welche am Alter/ oder otel- mehr im Alter, sterben, und auch da wird der größere Lheii noch durch zufällige Ur­sachen weggeraft. Genug es ergieb't fid) hieraus, daß immer vor der Zeit unl> durch Zufall umkommsn.

Sogar der Selbstmord ist die Folge der Krankheiten geworden, wobei den Men­schen das Leben zu einer so drückenden Last wird, daß sie dem Wunsche nicht'wider­stehen können, sich dessen zu entledigen. Un$ diese Menschen sind fast immer die­jenigen/ welch? durch zu frühzeitige Aus­schweifung, durch eine zu frühj-uige Ver. schwendunq jener hälfem scheu Lebenssäfte/ sich erschöpft und lebensarm gemaa t haben.

Diese Lebensfeind, werden durch wi­dersinnige Behandlung oder D rnachlalsi- gung vermehrt; z.B. kostet die Vernach. lassigung der Catarrhe und de? Hustens unzähligen Menschen das Leben. Zur widersinnigen Behandlung >t: Krankh-i- ten gehört vorzügiich das Aulnöthigen d-r

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