Ausgabe 
2.9.1797
 
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haltme Niederschlag, die nemliche Wir­kung hervordringen , unD den kostbaren Grünspan entbehrlich machen.

Daß em solcher Niederschlag, wenn er lange aufbewghrt worden ist, nach der Beodachlunq des Herrn El egg eine min­der gute Wirkung hervorgebracht hat, da­von-scheint mir folgendes die Ursache zu seyn.

Wenn man einen mit Potasche berei­teten Niederschlag aus dem Cyprischen Vi­triol lange sieden laßt, fo bildet er kleine Klumpen. Ein solcher klumpiger Kupfer- kalch schlagt aber ebenfalls das Eisen auS dem grünen Vitriol in kleinen Klumpen nieder. Ein solcher grober Präcipitat kann sich folglich nicht so 'innig mit der zu fär­benden Waare vereinigen.

Daß Herr Clegq die bloße Potasche, welche doch ebenfalls den Eisenkalch nie« verschlägt, nicht anwendbar fand, scheint meinem Erachten nach daran zu liegen, weil er sie auf einmal zusetzte. Dadurch wird gleichsam in einem Augenblicke der Eisenkalch neblt dem adsirrngirmden Stoffe, die gemeinschaftlich die schwarze Farbe her- Vorbringen, niedergeschlagen , wodurch die erste Waare zu viel Farbe in sich saugt, und sich gleichsam übersättigt, die letztere aber nur schwach gefärbt wird Der Grün- span hingegen und der aus dem blauen Vi« triol erhaltene Kupferkalch, schlagen das E'stn nur langsam nieder^ sowie eS immer mehr und mehr entbrennstvfft wird.

Setzt man dahero die Potasche in klei­nen Portionen nach und nach zu, so wird sie eben so gut als. der Grünspan und ein anderer Kupferkalch zu gebrauchen seyn. Diese Notiz bin ich einem einsichtsvollen Gelehrten schuldig , der von dem praktischen Theile der Färberei viele Kenntnisse besitzt und mehrere Versuche mit der Potasche auf diese Weise glücklich angestettt hat.

Ungeachtet der vermittelst der Potasche auS dem Cyprischen Vitriol erhaltene Ku- pfcrkalch weit wohlfeiler ist , als der Grün­span deS Auslandes, so kann man ihn doch noch wohlfeiler erhalten r wenn man sich zu seiner Präcipitation statt SeS kau- gensalzes, des gelöschten Kalchs bedient, und ich sthe vor der Hand nicht em, war­um diese weniger anwendbar seyn sollte.

Wahrscheiiilich sind auch dre alkalischen Erden, vorzüglich die Bitlerertze, geschickt, die Stelle des' Grünspans zu vertreten.

Beitrag ;u einer wohlfeilern Bereitung des Berlinerblau's.

Es ist nicht meine Absicht eine voll- ständige und auSeinandergesttzte Beschreib bring aller bei Bereitung des Berlinerblau'S vorkommenden Handgriffe zu geben, son­dern ich bin nur gesonnen, über einen ein­zigen Punkt, die Präcipitation der Farbe betreffend, meine Bemerkungen zum Vor- theile der Fabrikanten mitzuthe'.len.

Die Blutlauge kann bei der größten Genauigkeit, die man auf ihre Bereitung verwendet, doch selten, oder wohl gar nicht ganz vollkommen mit Brennbarem a-sätti­get werden. Sie enthält immer noch einen Theil gemeines, freies, oder nicht mit Brennbarem gesättigte» kau rensalz. Der Erfolg davon ist, daß derjenige Tb-il deS Laugensalzee , welcher mit Brennbarem, qe- sattiqet ist, die Estenausiösung blau, der­jenige Theil de» LougensalzeS aber, wel­cher nicht mit Brennbarem gelättrqet ist, die Essenaufiösung braungelb mederschlaqt. Aus der V-rm>schung dieses blauen und gelben Niederschlags entsteht ein fchmuziges Grün, welches der Schönheit der Farbe nachtheilig ist. Will man diesen Fehler vermeiden, so muß man entweder die Blutlauge so verbessern, daß sie sogleich die Eisenaufiösung blau niederschlaqt, oder man muß hintennach, wenn die beiden ver.

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