Ausgabe 
2.9.1797
 
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Worin

besteht die Wirkung des Gränspans bei Ser Schwarzfarberei? Und weicher Ingrevienpen kann man sich statt dessen mit gleichem Erfolge bedie­nen '?

Der große Preis, zu welchem anjezt der französische Grünspan gestiegen ist, muß manchen Fablikanken und Künstler, der ihn nicht zu entbehren versteht, verle­gen machen. Bei der Schrvarzfaroerei, wo er häufig gebraucht wird, scheint er durch andere inländische Produkte ohne Nachtheil der Kunst vollkommen verdrängt werden zu können. Wir Haden hierin schon einen Vorarbeiter an dem Engländer tzlegg, der ein anderer und wohlfeileres Verfah­ren angegeben und für dessen Mittheilung zur Prämie die silberne Medaill« und z-hn Guineen erhalten hat. Das Wesentliche seiner Versuche ist folgendes.

Sobald man den Grünspan der Schwarzfarbe zugesetzt hat, wird man eine Menge präcipitirtes Eisen gewahr, welches den Grünspan alsbald mit Eisenkalch be­deckt.

Bedient man sich statt des Grünspans des Dleizuckrrs, so geht etwas ähnliches, aber langsamer vor.

Er machte ferner Versuche, alkalische Salze an die Stelle des Grünspans zu se­tzen. Im kleinen hatte die Potasche eben die Wirkung, welche der G'ünspan ber- vorbringt; aber im Großen fiel die Farbe anfangs gut aus, sie wurde aber bald schwacher.

Endlich fiel er auf ein Mittel, das die bisherigen übertraf und dem Grünspan vollkommen gleich kam. Er sättigte zwei Pfund Kupfervitriol, mit reiner Potaschen» auflösung-. Anstatt eines Pfundes Grün­span nahm er auch ein Pfund Kupfervi­triol und eben so viel Potasche zur Sät"

tigung seiner Säure. Den erhaltenen Nie­derschlag setzte er der Schw^rzfarde zu und versichert, sich desselben mit mehrerm Vor- theii bedient zu haben, als de» Grünspans. Er giebl den Rath, die Auflösung deö Kupfervitriols und der Potasche vor sich stehen zu lassen, und nur erst beim Ge­brauch, so viel als nöthig ist, nieoerzu- schlagen; weil er bemerkt hak, daß dieser Niederschlag, wenn er ihn lange ausbe­wahrt hatte, weniger Wirkung that, alS der frisch bereitete.

ES fep mir erlaubt, über die Art und Weise , wie der Grünspan im gegenwärti­gen Falle wirke, und andere Ingredien­zien an seine Stelle zu setzen seyn, meine gemachten Bemerkungen mitzutheilen.

Bevor man den Grünspan zusetzt, be­finden sich die aus dem Eisen de« Vitriols und aus den adstringirenden Stoffen be­stehenden schwarzfärbende Theilchen in der Farbenbrühe aufgelöst und schwebend. Soll die Wacre schwarz gefärbt erscheinen, so müssen die Fardentheile durch ein Zwischen- mittel auf die Maare niedergeschlagen wer­den. Dies geschiehet nun durch den Zu­satz von Grünspan. Dieser Grünspan ist ein mit Essigsäure unvollkommen gesättig­ter Kupferkalch, welcher sich nach und nach mit der Säure des Eisenvitriole sättigt, wodurch denn der Eisenkalch abgeschieden und mit dem adstringirenden Stoffe der Gallapfel und anderer Ingredienzien in größerer Menge auf die zu färbende Maare als schwarze Farbe Niederschlagen wird.

Diese Präcipnation geht aber nicht auf einmal, sondern nach und nach, so wie das Eisen immer mehr von seinem Brennbaren verliert, vor sich. Deshalb erscheinen vieletzten Stücken der Waare im­mer noch so schön schwarz gefärbt, als die ersten.

In diesem Falle muß also der aus Kupfervitriol, vermittelst der Potasche er- hal-