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Verzeichnis

der Superintendenten, welche von den ersken Seiten an zu Giessen gestün­den hüben.

Verfolg.

*3obftn Dieterich, von Gemünden an der Wohra, wurde 1599 Prediger zu Kir­dorf, 1611 Hof- und Stadrpred-ger zu Butzbach, und 1626 Predigerund Supe­rintendent zu Giessen. Landgraf Georg gebrauchte ihn 1627, nebft Joh. Sten­dern , um die Kirchen im Schmalkaldi- fchen der Augsburgifchen Konfession ge- mas einzurichten. Er starb 1635, den 27. Dec. seines Alters 63 Jahre. Er war dreymal verheirathet und hatte drey berühmte Sohne, Helvicus Dierericus, welcher 1655 als Kön. Dänischer und Kur­brandenburgischer Hof-Leibmedicus zu Hamburg starb; Isban Eonrad, welcher dem Westphalischen Friedensschluß als Gesandter zu Osnabrück benwohnte und 1661 als Professor der Historie und Grie­chischen Sprache, auch Universität - Bi­bliothekar zu Giessen starb ; Georg Theo­dor, welcher als Negierungsrath zu Gie­sen stand, darauf baromsirt wurde und 1678 zu Hamburg als Kaiserlicher Resi­dent starb. Conrad Dieterich, Supe­rintendent zu Ulm, war sein Bruder.

Ludwig Gekzer, aus Giessen ge­bürtig und ein berühmter Gottesgelehr- ter seiner Zeit, wurde Dieterichs Nach­folger in der Superintendentur und starb 1642.

Instrrs Feuerborn, von Hervord in Westphalen, bekleidete neben seiner Pro­fessur , die Predigerstelle von 1617 bis 1624. Als er 1650 mit den übrigen Pro­fessoren wieder hierher versetzt wurde, wat­er der erste Rektor Magnificos und Su­perintendent der Marburger Diöces, und damals waren zuerst zwey Superinten­

denten allhier. Er war der Schwieger­sohn von Balthasar Mentzereinem be­schütten hiesigen Theologen und starb 1656, im 69sten Jahr.

Peter Haberkorn, eines Schreiners Sohn von Butzbach, wurde 1633 Hof­prediger allhier und 1643 Superintendent, an Selzer'ö Stelle. 1644 starb der letzte Superintendent in Alsfeld, Wilhelrnvou Brink, und seit dieser Zeit wurde iene Stelle von ihin, und uachher allezeitvon einem hiesigen Professor der Theologie, verfehen. 1650, bey Wiederherstellung der Universität , hat er einen feycrlichen Gottesdienst in hiesiger Stadtkirche ge­halten. Er war der Schwiegersohn von Justus Feuerborn und hat eine zahlreiche Nachkommenschaft hinterlassen. Sein Tod erfolgte 1677 in seinem 73sten Jahr. Sein sowohl, als Feuerborns Epita- phiurn und Bildnis befinden sich in hiesi­ger Tvdtenkirche, der Kanzel gegenüber, jn Stein ausgehauen.

Mittler, aus Mün­zenberg in der Wetterau, war der Bru­der des hiesigen Stadrpfarrers Conrad Misler. Er wurde 1658 zweyter, und 1677, nach Habcrkorns Tode, erster Su­perintendent. Er starb den 20. Februar 1683, alt 69 Jahre.

Pbllipp Ludwig Hanneken, von Marburg gebürtig, wurde 1678 zweyter, und 1683 erster Superintendent. Er ver­lies Giessen, wegen der Streitigkeiten mit seinen Collegen, und folgte einem Ruf nach Wittenberg 1693, wo er 1706, seines Alters 69 Jahre, starb.

Lilian Rudrauss, aus Schotten ge­bürtig , war zweyter Superintendent von 1683 bis an seinen Tod, 1690.

Johan Henrich Map der Vater wurde 1690 Superintendent der Marbur­ger