Ausgabe 
1.4.1797
 
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Unter den amerikanischen Thieren ist der Perico Ligero , oder der hurtige Peter, eines der merkwürdigsten. Dieser Name wird ihm aus Spott wegen seiner äusser» ordentlichen Langsamkeit und Faulheit bei­gelegt. Er ist an Gestalt einem Affen von mittler Größe ähnlich, aber von scheußli­chem Ansehen: denn die Haut ist graulich- braun und voller Runzeln , und die Beine und Füße sind-ohne Haare. Er ist so trage, daß er sich niemals bewegt, auffer wenn er vom Hunger getrieben wird, und er giebt keine Zeichen der Furcht weder vor Menschen noch vor wilden Thieren von sich. Wenn er sich beweget, so ist eine jede An­strengung mir einem solchen Klagetcn und zugleich mit einem so unangenehmen Ge- schrey begleitet, da« zugleich Mitleiden und Abscheu hervorbrinqt; und dies geschieht sogar bei der geringsten Bewegung des Köpf« , der Beme oder der Füße,, und kommt vermuthlich von einer durchgänqi. gen Zusammenziehung der Muskeln und Nerven seines Körpers her, welche demsel­ben, wenn er sich bewegen will, dre hef­tigsten Schmerzen verursacht.

In diesem unangenehmen Geschrei be­steht seine ganze Vertheidigung; denn da eS ihm natürlich ist, bei dem ersten feind, seligen Angrif eines jeden Thiers fiiehen zu wollen, so stellet er bei einer jeden Bewe- qung ein solches Geheul an, das seinem Verfolger selbst unerträglich ist, der ihn bald verlaßt, und sogar davon läuft, um dem Schalle dieses abscheulichen Geschreies zu entgehen Dies Geschrei macht er auch nicht bl09 zu der Zut, wenn er sich bewe­get; er wiederholet dasselbe, wenn er auk. ruhet, indem er eine lange Z'it ohne Be. wegung liegt, ehe er einen andern Weg nimmt Die Nahrung dieser Thieres ist insgemein wilde Früchte; und wenn er keine

auf der Erde finden kann, so sichet er sich nach einem damit wohl versehenen um um, den er mit vieler Mühe hinauf kttl- tert; und um sich ein solches nochmaliges mühsames Hinaufklettern zu ersparen, pflückt er alle darauf befindliche Früchte ab, und läßt sie auf die Erde fallen; und damit er nicht die Mühe habe, den Baum herabzusteigen, so rollt-r sich wie eine Äu­gel zusammen, und fällt von den Zweigen herab. Am Fuße dieses Baumes bleibt er so lange, bis alle Früchte verzehret sind, und bewegt sich nicht eher wieder, als bis der Hunger ihn nölhiget, aufs neue Nah­rung zu suchen.

Ein holländischer Admiral ward einst von einem General der Landarmee in fein Zelt zur Tafel geladen. Der General hatte ihm einige Officiere nebst einem ge­schmückten Reitpferde entgegen geschickt, da« der Admiral auch bestieg. Aber da er des Reitens nicht gewohnt war, machteer eine ziemlich elende Figur, und als eben der General ibm entgegen kam, ward er sogar durch einen Seitensvrung, den da« Pferd mit ihm machte, herab geworfen. Niemand konnte sich des Lachen« enthal­ten, und der Admiral, so sehr er ihn heimlich verdroß, lachte mit. Auf den andern Tag war der General mit den vornehmsten Or'füiere der Armee auf da« Admiralschif geladen. Die Gesund­heit der Generalstaaten ward ausge­bracht ; alle standen auf, und es ward aus den Kanonen, auf Ordre des Admi­rals, eine starke Salve gegeben: der Ge­neral und die sämmtlichen LandofsicierS stürzten zu Boden; der Admiral mit sei­nen Seeofficicier« blieben stehen , und der erstere sagte zum General, indem er wieder an feiner Seite herzlich lachte: Del, fo ryden wy tv Water, mpn Heer.

Die