mit in -en ächten Stamm übergeht, so kann unmöglich die Frucht, folglich auch der Kern oder Same vollkommen ächt seyn; denn vermischte Säfte geben ein vermisch, teö Product, sowol im Pftanzen-- alS Thierreiche. Daß auch sogar schon eine Verandrung in der Frucht, ob sie gleich kaum merklich durch diese Vermischung her­vorgebracht wird, das sehen wir bereits an den verschiedenen Sorten von ein und der- selbigen Art des Obstes. Hs sind z B. nicht alle Goldpipins, nicht alle Boredor- fer rc. von einerlei Art sowol im Geschmack als äufferm Ansehen. Woher rührt aber diese Verschiedenheit? Gewiß nicht sowol vom Grund und Boden als vielmehr da­her, daß aus allerhand Kernen wilde Stamme zum Pfropfen gezogen werden, folglich allerhand Arten von Saften aus diesen in den ächten Stamm übergehen, und dadurch so viele Abarten von einerlei Gat­tung bilden. Keine einzige Obstart eMirt, von welcher nicht einige Abarten vorhanden sind, und die, wenn sie gleich zu einerlei Gattung gehören, nicht von einander bald mehr oder weniger verschieden sind. Dies als Kenntnis vorausgesetzt, kann es nicht schwer werden, den Weg zu entdecken, um -ie Ausartung der Frucht zu verhüten. Wir müssen nemlich bei Fortpflanzung ei­ner Frucht durchaus in ihrer Art bleiben, und keine von verschiedenen Geschlechtern aufeinander pflanzen. Wir werden als- drnn lauter gleiche Säfte in unfern Ge­wächsen haben, und folglich auch sodann durch den natürlichen Weg der Fortpflan­zung, durch den Samen dieselbe Frucht wieder erzeugen. Wie ist das aber anzu- sangen 1

Der erste Weg ist dieser. Wir müssen von der Frucht, welche wir fortpflanzen wollen, Kerne säen, und von demselben Baum die Reiser nehmen, mit welchen wir den aus dem Kem erwachsenen Baum per-

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edeln wollen. Ganz gewiß werden wir durch dieses Verfahren unserm Zweck schon näher kommen. Wenn wir einen wilden nicht veredelten Baum haben, und wissen, aus was für einem Kern derselbe entstan­den ist, z. B. aus einem Nonpareille, so werden wir finden, daß dieser Baum in sei­nen Blättern und Knospen an den Zwei­gen, ja in seinem ganzen Wüchse dem äch­ten Nonpareille viel ähnlicher ist, al- ein andrer wilder, aus dem Kern erzogener Baum, von welchem wir gleichfalls wissen, aus welchem Geschlecht er abstammt; folg­lich behält ein jeder Baum von seiner ur­sprünglichen Art etwas an sich. Wenn schon in dem wilden Stamme eine äussere Aehnlichkeit mit demjenigen ist, von wel­chem er seinen Ursprung hat, so werden auch seine Säfte den Säften des edeln Baums schon ähnlicher seyn. Hiermit ist man freilich noch nicht zum Zweck; aber die Hoffnung können wir doch haben, daß in der zweiten Generatipn schon etwas we­niger von dem Unartigen vorhanden seyn wird, und daß sich dieses mehr und mehr absondern und entfernen werde, wenn wir auf ähnliche Weise damit fortfahren.

Der zweite, vielleicht noch bessere Weg, ist dieser: Wir müssen suchen, Bäumevon unserm besten Obst zu erhalten, die gar nicht veredelt sind, die nicht durchs Pfro­pfen, Oculirenrc. hervorgebracht, sondern von Grund aus mit Wurzel und Stamm einerlei sind. Wenn wir diese haben, kön- nen wir dann nicht mit Wahrheit sagen, daß wir Bäume besitzen, die in ihrer Art wild sind? Aus dieser Voraussetzung folgt der Schluß : Alle von Wurzel aus ächte Bäume sind ein wildes Gewächs. Ein jedes wildes Gewächs bringt seines Glei- rhen durch den Samen vollkommen wieder hervor; also werden auch unsere mitWurzel und Stamm ächten Bäume ihres Gleichen Auf Sleiche Weise vollkommen wieder her­

vor-