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Wie wir es anfange» mässe« , wenn wir aus dem Saämen oder Rernen unsrer gepfropften, edlen Obstbänme sofort diefelbr'ge Frucht wieder erlangen wollen.
Wenn wir die Ursache und den Grund, warum der Saame unsere veredelten Stein - und Kernobstes dieselbe nicht wieder giebt, ausfindig machen wollen, so wird uns die Betrachtung deö Baums und dessen Struktur hiezu schon den Weg von selbst bahnen. Alle unsere Bäume, von welchen wir daö gute Obst haben, sind ursprünglich oder von Grund aus nicht daö, was sie fepn sollen, sondern ein aus zween Theilcn zusammengesetztes Gewächs. Wir säen nem- lich Kerne aus, und pfropfen auf die hieraus gezogenen Stämme kleine Reiser von den 'Sorten, welche wir haben wollen. Jene nennen wir den wilden Stamm, dieses das ächte Reiß. Wie oft sind nun aber Diese beiden Gewächse ihrer ganzen Natur nach von einander unterschieden. Wir wollen nur aleich bei der Pfirsiche stehen bleiben. Wenn wir die Behandlung derselben betrachten, so werden wir finden, wie sehr widernatürlich man bei deren Fort pfianzunq zu Werke geht. Man hält zwar Durchgängig dafür, daß man die Pfirsiche- um einen guten Baum und Frucht zu ziehen, auf einen Pflaumenbaumstamm setzen müsse, und fast alle unsre Pfirschendäume, welche wir aus den Plantagen erkaufen, sind auf diese Weise erzogen. Wie sehr unterschieden ist nun aber Vie Pfirsiche von einer Pflaume 7 Diese zusammengesetzten beiden Geschlechter machen also einen wahren Zwitter. Der auf diese Weise erzwungene Baum zieht seine ersten NahrungS- säfte aus der Erde an sich; die welche er aus der Luft empfängt, abgerechnet. Der Stamm, der in der Erde stehet, ist ein Pflaumbaum. Es gehen assv durch die
Wurzeln nur diejenigen Safte und Theike in ihn über, die zur Bildung seiner Pflaumensubstanz nöthig sind. Sind die Lebenssäfte so hoch gestiegen , daß sie bis an den edeln Stamm kommen, so müssen die Safte, weiche nicht zur Bildung des Pfir- sichenbaums erforderlich sind, entweder zu- ruckblkiben, oder aber, es muß noch einiger Urstoff davon mit in den Pfirfchen- stamm übergehen.
Im ersten Falle und wenn die ganze Pflaumensubstanz in dem untern wilden Stamm zurückbleibt, ist es nicht abzusehen, warum der Kern einer Pfirsche nicht ein und dieftibige Frucht wieder geben sollte. Denn ein'jedes Gewächs oder Geschöpf, daö auö reinem, unvermischten Safte oder Blut entsprossen ist , bringt seines gleichen wieder hervor. Dies güt so- wo! im Pflanzen als Thierreiche. Nun aber finden wir, daß diesem nicht so ist, sondern daß auö dem Kern einer durchs Pfropfen rc. veredelten Frucht ein anderes Gewächs entstehet, als das war, von welchem es herstammt. Es muß also hier der zweite Fall eintreten, nemlich, daß von dem Urstoff des wilden Stammes etwas mit in den edeln Stamm übergeht; und die Erfahrung lehret uns, daß wir dieses als eine Hypothese annehmen können. Ich will von mebrern Erfahrungen nur diese eine enfuhren.
Eö ist bekannt, daß eine auf einen Quittenstamm gesetzte Birn, sowol im Geschmack als Geruch etwas von der Quitte annimmt. Selbst in der Farbe zeichnet sie sich vor andern aus; denn ihr Fleisch ist viel gelber, als das Fleisch derjenigen Birn, die auf einen Stamm von ihrer Art, auf einen Birnstamm gepfropft ist. Ist es nun aber gewiß, und wird es durch die Erfahrung bestätigt, daß von den Säften und Be- standtheilen des wilden Stammes etwas mit


