Vortheike beim Bierbrarren.
Es ist gewöhnlich, das Wasser zum ökonomischen Gebrauche in hartes und weiches zu therlew. Hartes Wasser nennt man ein solches, welches erdige und sal- zigte Theile enthalt, und dahm rechnet man das meiste Quell und Brunnenwasser. Gießt man Galläpfeldekokt hinein, fo ent« Deckt die schwarze Dintenfarbe darin das versteckte Eisen; Salmiakgeist macht es blau i wenn darin Kupfer ist. Vivlensy- rup entdeckt durch die grünliche Farbe Laugensalz, durch die rothe eine Saure. Weinsteinsalz zeigt durch das milchige, trübe Wesen, Kalk und Saure an. Ueberhaupt schäumt hartes Wasser mit der (greife nicht, sondern die Seife gerinnt vielmehr darin; es hat eine größere specifische Schwere als weiches Wasser, und zieht die Bierwürze »richt so vollkommen heraus als ein weiches. Der Färber, Brauer und andere verbessern es einigermassen, wenn sie es der Luft lange aussetzen, wodurch die erdigen, sauren oder metallischen Theile niedergeschlagen werden. Hartes Wasser ist zur Gahrung weniger geneigt , und folglich wird das davon erhaltene Getränk weniger geistig. Wo man aus Sauerbrunn n Bier macht, da geht dasselbe ohne Ferment in Gahrung. Indessen befördert dar Alcali der harten Wasser d,e Erhaltung des Biers gegen das Sauerwerden nnd die Klarheit.
Weiche Wasser, z. B. auSFlüffenund Teichen, sind von den vorigen Erdtheilen frei, enthalten aber wieder animalische und vegetabilische Auflösungen ; sie sind spe;i> fisch leichter, von einfacherm Gsschmacke und von größerer Reinigkeit, eindrmgen- der in die Körper, und'folglich zu Auflö- snngen geschickter, welche seinem Eindrücke nacygeben. Unter allen ist da» Regenwasser am weichsten und reinsten-; oberes bient dlos zu Bieren, weiche bald verbraucht werden.. Lagerbiere gecathm dadurch bald m
Fäulnis, doch verunreinigen das Phlogi- ston, dcr Rauch und die beständigen Ausdünstungen von Pflanzen und Thieren, und selbst die Luftelectrrcität, dieses aus der Atmosphäre niedergeschlagene Wasser. Der beständige Strohm der Flüsse, der Druck der Luft auf die großen Wasserflächen, und die feurige Sonne und der Wind machen das Flußwasser noch reiner. Wer also die Freiheit in der Wahl hat, der suche sich daö-reinste Wasser aus, das keine harte, erdig re, verfaulte Pflanzen, oder thierifche The'le hat, und ohne Geschmack, Geruch oder Farbe ist. Was den Endzweck des Malzens betrifft, so ist solcher ein Zucker« artigeS Wesen oder süsser Gerstensyrup. -In der trockenen Gerste findet man von dieser Eigenschaft gar keine Spur. Eigentlich ist der Prozeß des Malzens eine angcfangene,' leichte Gährung, welche man durch die Dörrhitze weiter aufhalt. Es entwickelt den Wurzelkeim, macht daß das Mehl welches die Vegetation von der Natur zu seiner Ausstattung mit bekam, von der Nasse aufschwillt, und in der Gahrung ein wein- geistigeS und mehlartiges Wesen von sich giebt. Einerlei Gerste bringt nicht einerlei Malz oder Bier hervor, nachdem man dabei so oder anders verfahrt: Indessen besteht Vas Wesentlichste in folgenden Punkten.
Die Gerste muß nicht zu alt seyn, sie muß von einem Boden genommen werden, welcher mcht zu fett ist, und mit Schaaf, mist gedüngt worden; übrigens aber von einerlei Art und ungemischt seyn. Die Gerste muß nur so länge im Malzbottig stehen, biß sie sich weich anfühlt, und sich die Schale an der Spitze etwas öfnet und von einander steht. Alsdenn läßt man das Wasser abkaufen. Man schüttet die geschwollene Gerste o-ufeinem luftigen Bo. den in Haufen, und hier muß es zu gleichmäßigen Keimen, etwa zwei Drittheile »der drei Viertheile der Kocnslänge aus- fproj-


