Ausgabe 
27.2.1796
 
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Vom Katzen des Aartoffelbaues.

Kartoffeln sind unstreitig eins der wohlthätigsten Geschenke der Natur, und können immer als eine der wichtigsten Eroberungen aus dem neuen Welttheile, (bekanntlich war diese Frucht in Amerika einheimisch) angesehen werden. Sie pas­sen vollkommen in die teutsche Feldwirth- schaft, und füllen so zu sagen, eine Lücke auö, die wir jezt gewis fühlen würden, wenn der sich auf so mancherlei Art nüz- lichzeigende Gebrauch dieser Frucht den Anbau derselben sinken lassen könnte.

Fast bei keiner Witterung , selbst bei der schlechtesten Beschaffenheit des Bodens, misrathen sie so sehr, daß Saamen und Mühe ganz verloren wären; und gerade in den nassen Jahren, die dem Getreide­bau so gefährlich sind, steigt ihre Frucht­barkeit bis zur Bewunderung, und steuert oft dem Hunger und Mangel.

Sie leiden beinahe nichts von Insek­ten und Hagel; auch bemerkt man, daß sie sich immer mehr an das nördliche Klima gewöhnen, und seltner als sonst erfrieren.

Sie sind gesundes und nahrhaftes Futter für das Vieh; ja gesund als täg­liche Kost des arbeitenden Armen, sind wohlfeile Abwechslung auf dem Tischedes Mittelmann«, und selbst vom leckernGau­men des Reichen geduldet. Die Erfahr rung lehrt, daß der gewöhnliche Genus der Kartoffeln, sowohl Menschen als dem Viehe niemals schade, sondern nur, wie alles andere, im Uebermaas genossen. Selbst die Schädlichkeit des Kartoffelbro>- des ist noch zweifelhaft, und wird ver- muthlich ganz verschwinden, wenn man in der Zubereitung vorsichtiger ist, die Verwischung mit Getreide, besonders mit Weizenmehl, nicht zu versäumen. Als itm Beispiel von ihrer Unschädlichkeit führt

man die Schott - und Irrländer an, ak- welche ihre Stärke, Munterkeit und fri­sche Farbe dem häufigen Genüsse der Kar­toffeln zu verdanken hätten.

Der Schluö im nächsten Stück.

Nachricht.

Es ist vor kurzem zwischen mir und einem von mir sonst sehr geschahen Freund ein Zwiespalt vorgefatlen, von dem ich nicht öffentlich reden würde, wenn ich nicht hin und wieder vernehmen wüste, daß manche Leute sich bemühen, jenen Vorfall zum Nachthei! meines Karakters aller- wärts zu erzählen und zu verbreiten. Da ich nun jezt wenig ins Publikum komme, mich also nicht vertheidigen kann , meine Widersacher mithin freies Spiel haben; mein, wie ich glaube, bisher unbefleckter moralischer Karakter aber, wirklich und ei­gentlich noch mein gröster Reichthum ist, den ich mir nicht antasten lassen werde: so finde ich nöthig, den gedachten Vorfall hier kurz und der Wahrheit gemäs, zu er­zählen.

Ich hatte schon vor mehreren Jahre» einen gewissen Mann, den ich S. nennen will, zu einer gewissen Frau, welche R. heiftn soll / mehrmals geschickt, um mit derselben wegen ihres Hauses, das feil war, zu unterhandle«; ohne daß diese aber wüste, von wem diese Unterhandlungen herrühr­ten. Ich konnte inzwischen damit nicht zum Zweck kommen. Da nun vor kurzem die Frau^R. starb, so ließ deren Tochter R. den S. rufen, und trug ihm dringend den Verkauf des Hauses an. Da ich da­von Nachricht erhielt, ließ ich Ihr durch S. aber immer ohne mich zu nennen sagen: sie möchte nur vorerst die Einwil­ligung ihres abwesenden Bruders R. bei­bringen. Sie verfprachs und es blieb da­bei , bis ich in diesem Blatt eben dieses Haus iu einer öffentlichen Versteigerung

... ange»