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Etwas
Aber die Hornviehseuche.
Die Seuchen müssen vorzüglich aus den Zufällen der kranken- und aus der Beschaffenheit der innern Theile der tobten Häupter erkannt werden. Wir wissen überdies noch so wenig von der Natur derselben, daß wir durchaus nicht viel Bestimmtes davon sagen können. Wir können nur überhaupt, nach der Erfahrung und den Erscheinungen, behaupten, daß die Seuchen in bösartigen, gallichtfaulich» ten Fiebern bestehen, öhne das Charakteristische oder das Eigne ihres Miasma angeben zu können.
ES ist daher eine sehr gewagte Mey- nung, Seuchen, als ihrer Natur nach, verschieden anzusehen, da ihre Verschiedenheit meistens auf zufällige» Umständen beruhet. Deswegen scheint mir Niederhuber ganz recht zu haben, wenn er von den Seuchen behauptet: „daß es allezeit Labei auf eine Aehnlichkeit herauskomme, in welcher es bloö eine von selbst angenommene Benennung entscheide; daher sep der schnelle Lungenbrand, der Milzbrand, der gelbe Schelm, die Knotenkrankheit, die ^chaafpocken, das Karfunkelfi-ber in sich selbst allezeit eine ähnliche Krankheit. Ich getraue mir zu behaupten, sagt er weiter, i) daß alle derley mit Faulsieber begleiteten Viehseuchen, sie mögen mit Lungcn- oder Milzbrand, mit dem Zungenkrebs, mit Pocken, Beulen, Knoten, Karfunkel, oder was immer für einem Ausschlage erscheinen, im Grunde von einerlei) Art seyen; daß sie sich nur durch verschiedene «userliche oder innerliche Modisikationen oder Absätze unterscheiden " Und eben so wahr sagt irgendwo ein anderer Schriftsteller: „ Die gewöhnlichsten Seuchen des Rindviehes sind, das faule Gallenfieber, mit oder ohne Durchfall-: derLungenbrand,
der Milzbrand , ober. gelke Schei'm und der Zungenkrebs. Indessen liegt der Hauptgrund aller dieser r>ersck)ikdenen Seacben meistens in einergähling verdorbenen Galle der Thiere, und dem daraus entstehenden Faulfieber, welches je bösartiger es ist, um so schneller die Lebenskraft der Thiere vernichtet; und die Erfahrung beweißt es, daß der Unterschied der ansteckenden Krank, hettsn nur darinnen bestehet, ob die Galle mehr oder weniger verdorl en fey, und wohin sich das bösartige Krenkheitsgift, oder die verdorbene Galle hinw'erfe, welchen in. nern Theil es schnell ergreife und in Brand versetze."
Ich habe diese Sätze durchaus bestä. tiget gefunden. Bei vielleicht gegen hundert Häuptern, -welche an der jezt grassi. renden Seuche gefallen naren, und die ich öffnen lassen und selbst geöffnet habe, habe ich fast alle obige Arten Seuchen, sogar vielmals in einem, Skrt sekre vereint ange# troffen. Ich konnte mir daher um so leich. ter die unaufhaltbare Tödtlichkeit erklären. Und in Kurzem konnte ich schon vor der Oeffnung, nach den Zufällen, welche sich vor dem Tode geäussert batten, bestimmt beurteilen , mit welcher Art der Seuche das Thier vorzüglich behaftet gewesen war. Selbst der Wasenknecht bestimmte vielmals schon vor der Oeffnung die Art der Seuche, womit das Stück behaftet gewesen war.
Bei allen Häuptern, welche ich geöffnet habe, ausserten sich die bekannren Kennzeichen der sogenannten köserdörre, und bei den meisten auch noch dabei deö Lun- genbrandes. In einigen Orten, wie z. B. zu Leihgestern, waren viele Häupter auch noch überdies mit bem Milzbrand und zu Heuchelheim, mit dem Zungenkrebs ober dem Maulwehe, behaftet gewesen.
Es keidet daher wol keinen Zweifek, daß die Seuche, der verschiedenen Masken, hinter


