) M8 (

Etwas über den Hopfen^ V e r f o lg.

Diese weiblichen Kapfen, welche einen sehr flüchtigen gewürzhaften Geruch, einen schar­fen, bittern Geschmack, u. eine hellgrüne oder lichtblaue Farbe haben, so wehr weiß als braun enthalten muß, wenn der Hopfen gutseyn soll , enthalten m ihrem Grund­wesen einen Harzschleim, und ein flüchte geö, ausserordentlich dampfendes und be­rauschendes Oel, welches durch eine gelinde Auskochung mit Wasser das Blut sehr erhitzt, und allgemein zum Bierbrauen an> Sewandt, den Malzschleim mit seinem Oele gegen die Entleimung bindet, damit DaS Bier nicht so leicht sauer werden, und einen bessern Reiz auf die Harnwege ma­chen möge. Daß man aus dem geröste­ten, gebrochenen, an der Luft getrockneten geschwungenen und gesponnenen. Hopfen­ranken , eine grobe Leinwand verfertigen rönne, welche weniger weiß als Hanfleine-- wand, aber auch stärker ist, ist bekannte Die übermäßige Hitze im Abtrocknen des Hopfens zerstöhrt seine flüchtigen Theile, fo wie im keimenden Malze. Aus ebm. diesem Grunde hat man auch das feste Ein­backen für nothwendig gefunden, und daher Packt man die Hopfensäcke in einer ver» fchlossenen, trockenen Stube übereinander, indem man die leeren Zwischenräume mit einer Materie anfüllt, welchr ohne Geruch, aber etwas feucht ist, z. B. mit dem ersten Abfalle des Malzes oder mit frischen Ho- Pfenblättern. Nach Verlauf eines IahrS ist indessen doch der wohl verwahrte Ho« pfen zu den feinen weichen Bieren, nicht mehr taugl-ch. Urberhaupt setzt man die gewürzhafte Bitterkeit und das rauschende Oel in der Absicht dem Piere zu , damit dessen Neigung zum Gahren,. und seine Zucke süsse dadurch gebrochen werde: Alle obige Grundstoffe aerhindern die Verbren- »ung der Schleimrhrile, so dir Gährung

zersetzen soll- DaS beste Verfahren ist,, wenn man l Pfund Hopfen mit 30 vis 40 Pfunden reinen Wasser mäßig abkocht, und alvdenn der Würze zusetzt. Der beste Ho» pfen ist dec gutgetrocknete weißbraune.

Von Den braunew Strcbheuscbrecken.

Von diesen wird noch fezt bisweilen Rußland, Ungarn, Siebenbürgen, Poh­len, Schlesien, Deutschland mit dem Ost. winde heimgesucht, und sie haben sich bei günstiger Witterung bis über Holland, England, Schottland, und über die Or° caven ausqedreitet. Die Ukraine zieht ihre Areßbegierde als ein fruchtbares Land am öftersten an sich, so daß der dadurch ver­ursachte Schaden durch Kyrnzufuhr wieder ersetzt werden muß. Mangel und Hunger, oder Vie zahllose Anhäufung derselben, sind die Veranlassungen, daß sie wie Biemn» schwärme und Häringe sich mit dem Ost­winde in andre Lander begeben Sie zie­hen besonders um Vie Mittagszeit, und verlassen die europäischen Landschaften nach einiger Zeit wieder, weil man sie täglich beunruhigt. Wenigstens kommt ihre zu» rückgelaßne Brut in der nächsten Winler- kälte um, ehe sie sich an unfern Erdstrich zu gewöhnen Zeit hat. Diese Strichheu. schrecken sind im Bau, in der Größe und in der Farbe von unfern Feldheuschrecken unterschieden. Ein ungewöhnlich warmer Winter in der östlichen Tartarei, welche ihr eigentliches Vaterland ist, bringt viele Millionen Heuschrecken mehr hervor, als die gewöhnliche rauhe Witterung gemei. mglichferzeugt, und daher muß noihwen» dig ein Mangel an Futter in den ungeheu­ren großen Landstrichen der Tartarei ganze Heerden zum Ausziehen nökhigen. Eben das kann auch der Sturm, Vie Kälte und« vielleicht eine Bande von Raubvögeln ver. richten. Auch hierbei finden sich Anführer,, nach deren Fluge sich das ganze Heer blind- liM im Niederfallen und Aufbruche rich.

tet-