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Kastens, bis Fein Wasser mehr frei von Gips ist. Hierdurch wird der Kasten bis auf die Hälfte angefüllt fepn., Von dem Lederkalk wird alsdenn ungesäumt so viel zugesetzt, daß der Kasten biö auf Dreivier- tel voll ist.

Nun nimmt der Handlanger geschwind eine runde Stampfe von Holz, die unten etwa 4 bis 5 Zoll im Durchmesser hat, oben aber zum Anfassen verdünnt ist, und stößt damit den Gips und Kalk tüchtig in den Kasten unter einander, rührt ihn auch mit einer Schaufel ein paarmal um , damit in den Ecken sich nichts verhärte. Nun ist der Mörtel zum Einstreichen des Dachs fertig, und der Handlanger kann davon dem Dach» decker das Erforderliche zureichen. Der Dachdecker muß aber ebenfalls bei dem Ein» streichen die Vorsicht gebrauchen , daß er besonders in heißen Sommertagen, reines Wasser in einem kleine», Eimer bei sich hän­gen habe, woraus er die einzustreichenden Ziegel mittelst eines Strohquastes vorher benässet; denn sonst sauge»» die durstigen Ziegel dem Mörtel fein Wasser weg, und der Mörtel bindet nicht. Der Handlanger muß von Zeit zu Zeit den Ueberreft des Mörtels in dem Tröge durchstampfen, um ihn weich zu erhalten. Durch diese Der- bindung wird dem Gips die geschwind bin­dende Eigenschaft benommen, die dessen Verarbeitung so beschwerlich macht, und wird verursacht, daß er nach dem Einrüh. ren noch lange weich und verstreichbar bleibt. Ausserdem aber schützt der Zusatz von Lederkalk den Gips vor der Auflösung vom Wasser, und vor dem Verwittern.

Wer bei dieser Einstreichunq der Dä­cher sparen will, kann auch einen Theil reinen Sand dem Mörtelzusetzen, und al<U denn etwas mehr Lederkalk nehmen Es ,ft aber durchaus erforderlich, daß der Sand reiner Flußsand sepn müsse; denn

ist er leimigt oder mit Thonerde vermischt, wie sich dies bei dem gegrabenen Sande gemeiniglich findet, so verdirbt er den Mör­tel. Aller Zusatz von Thon benimmt dem Mörtel seine bindende Kraft. Hat man aber feinen andern, als gegrabenen Sand, und ist er leimig, so muß er in einem Kü­bel zuvor mit Wasser gewaschen, und auf solche Art von seinen thvnigten Theilen ge- reiniget werden.

Ein zweiter Gebrauch deS Gipses ist der, daß man damit die Fußboden der Zimmer verfertigt Man wirft den GipS- böden zween Fehler vor, nemlich daß sie kälten und durch das Abtreten stäuben. DaS letztere ist besonders beschwerlich, und für die Gesundheit der Bewohner bedenklich. Allein diese»» Fehlern kann durch ein sehr simples Mittel abgeholfen werden. Es ist nemlich nur erforderlich, den Gipsboden, wenner trccfei» ist, mit einem Leinölfirnis zu tranken, und zu überstreichen. Dieser Firnis zieht stark in den GipS ein, und muß daher sehr dick aufgetragen werden. Er verwandelt, wenn er trocken ist, den G'peboden in eine ganz veränderte feste Masse, worin weder Nasse noch Fett ein­dringen kann, und die sich gar nicht weiter »'n Staub verwandelt, und auch nicht wie Holzflecket. Wenn man will, so kann man etwas englisches Roth, welches zuvor mit £>ef auf einem Mahlerstein zerrieben ist, oder etwas auf solche Weise zerriebenen Ocker, oder auch braunschweigisch Grün unter den Firnis thun, und man erhalt damit einen retben, gelben oder grünlichen Boden Ja man Fann Tafelwerk durch einen Mahler darauf mahlen lassen. Nach Verlauf von vier Tagen Fann der Boden im Putzzimmer mit gelbem Wachs abaerie* ben werden, und alsdenn glänzt er wie ein Spieael, und hat vor hölzernen Fußböden dsn Vorzug, daß er gar keine Fugen hat.

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