Freßlust nimmt ab, auch will das Thier nicht mehr saufen, viele geben Zeichen des Schmerzes bei dem Saufen: das Wiederkauen höret auf : die Milch nimmt ab, verliert sich ganz: das Vieh wird traurig, läßt Kopf und Ohren hängen: die Haare werden rauh und borsten sich; das Vieh krümmet sich östers, besonders bei dem Misten und Stallen: der Mist ist in den er. sten Tagen meist trocken: am zweiten, dritten Tage nach dem Ausbruche fangen Augen und Nase an zu fließen, der Ausfluß ist anfänglich wässerig, wird dicker und endlich eiterartig. Das Thier bekommt den Durchbruch , wobei dünner sehr stinkender Mist abgeht. Dieser Durchbruch ist öftere mit einem Zwange verbunden, öfters geht auch der Mist unwillkührlich ab, ohne Aufhebung des Schwanzes. Manchmal wird das Vieh nicht durchbrüchig, sondern ist vielmehr verstopft und aufge- blähet. Endlich wird das Alhmen beschwerlich, der Athem stinkend: das Thier ächzet, wird ruhig und stirbt. Die Hitze ist meistens kaum merklich größer, als bei dem gesunden Viehe, dabei aber sehr abwechselnd; so, daß die Theile Abends kalt sind, welche früh warm waren, und umgewendet. Unterdessen werden die Theile immer kälter, je näher das Thier dem Tode kommt.
VIII. Die sichtbare Krankheit dauert öfters nur 24(Stunden, die meisten Kranken fallen am dritten, vierten, fünften Tage, wenige leben bis den siebenten Tag, am seltensten ist die Dauer der Krankbeit bis den eilften Tag. Man hat kein Zer« then der zu hoffenden Genesung, bis die Freßlust und das Wiederkauen sich ein* stellen.
IX. Bei der Oefnunq der an dieser Krankheit umgestandenen Thiere findet man den dritten Magen (Lößer, Buchj) sehr angefüllet und hart: das Futter zwischen
den Blättern ist so ausgetrocknet, daß matt es in Pulver zerreiben kann; da es in dem natürlichen Zustande muSartig ist; nimmt man das vertrocknete Futter heraus, so geht die innere Magenhaut mit ab, auf welcher man entzündete, auch brandige Stetten oder nur rothe Streife sieht.
Der vierte Magen ist an mehreren Stetten entzündet, brandig und die enthaltenen Theile geben bei der Oefnung meistens einen unerträglichen Gestank von sich. D>e Entzündung, der Brand erstrecket sich fast allezeit bis in den Zwölffingerdarm.
Die Därme sind mehr oder weniger entzündet, brandig oder von Luft aufgeblasen : die entzündeten oder brandigen Stellen aber findet man nur auf der inner» Haut der Därme.
Die Gallenblase ist mit Galle angefüllet; die Galle selbst entweder Heller oder dunkler als in dem natürlichen Zustande, jedesmal sehr übe! riechend und dünn.
Die Lunge wird gesund oder von Luft aufgeblasen gefunden; meistens ist sie entzündet und brandig: das Blut in derselben aber allezeit dünn, und aufgelößt.
Die Unterhaut der Luftröhre ist mehr -oder weniger entzündet, und die Luftröhre mit Schaum angefüllet.
Das Herz ist fast durchgehends wei- eher als in dem natürlichen Zustande, und das Blut aufgelößt: wie denn aus allen durchschnittenen Adern ein dünnes unge- nngdares Blut fließt.
Auch das Fleisch hat seine natürliche Farbe verlohren.
Der Verfolg im nächsten Stück.
Winter - "&oncmt.
Heute, Sonntags den 2oten November Abends 5 Uhr, nehmen die Winterkon- certe, w?lche im Hezelschen Saale, in den neuen Bauen, gehalten werden, ihren An-


