Ausgabe 
18.6.1796
 
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für Wolke erregt, so Haufen sich die brenn­baren Dampfe, sonderlich um unsre Kö­pfe dergestalt, daß uns die Atmosphäre klafterhoch umringt , wenn man sich bei einem Gewitter entweder durch Arbeit, kau­fen , Gehen, Reiten, oder durch Zank und andre Leidenschaften erhitzt. Folglich hüte man sich vor allen Erhitzungen.

Im Belte öffnen sich die Schweißlö­cher unsertz-KörperS, wegen der Federn, die sie «ufhaltm; Federn sind ausserdem elektrische Körper und isoltren unsre At­mosphäre. Folglich sitzen wir uns durch die übertriebene Warme nicht nur der Ge^ fahr aus , unsre eigenen Ausdünstungen mehrmals einzuathmen, und unsre Lunge dadurch zu vergiften , sondern wir vermeh­ren auch durch das Federbette die Stoffe zu der Biitzentzündung, sonderlich wenn die Aengstllchlett die Ausdünstung beschleu­nigt. Eben diese Bewandniß hat ti auch mit den Schlafkammnn , die gemeiniglich durch die Fenftervorhange gegen die reine Luft gesperrt werden, .und gleichsam Qua- rantaine halten. Hier finden die schadii- chcn Stubendünste, welche unser Körper durch das Athmcn in einemfort ausstößt, einsaugt, und wieder ausdünstet, keinen Ausgang. Man verlasse also bei Ge­wittern Bette und Schlafzimmer.

Man bemerkt an dem Orte, wo das Gewittereinschlägt, einen Schwefeldampf, der theils den Blitz begleitet, theils die brennbaren Dünste des Ortes selbst ent­flammt, die Luft verdünnt, unddieStu- benluft schnell phlogisticirt; der die Anwe­senden sogar erstickt, wenn nur Einer vom Blitz getroffen wird. Hier ist das erste, daß wanden erstickenden' Dampfen einen Ausweg verschafft, und dieses ge- schiehel, wenn man Fenster oder Thürcn öffnet. Da nun ein, gegen die Gegend, wo das zusammengezogene. Gewitter her­kommt, geöffnetes Fenster den Blitz inS Zimmer zieht, wie die Erfahrung mehr­mals gelehrt hat, so ist die Regel zu em­

pfehle i : Man verschließe die Fenster von dec Se t?, von welcher die Donnerwol- ken im Anzuge sind, unfc mache auf der entgegengcs tzten Seite eine Oefnung.

Der Verfolg im nächsten Stück.

Gottesdienst am 19. Juni.

In der St. Pancratiuskirche. Mor­gens Herr Professor Palmer. Nachmit­tags Herr Superintend. Müller.

In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff.

Morgen den 19 Juni hat das Frisch­backen der Beckcrmeister Iughard, am Lindenplaz.

Ein ' und Auspassirte.

Am 8 Jun. Hr Graf v. Bernheuse, Obristlieuten. in K, K. Diensten, log. im Emhorn.

Eod. Hr. Graf v. Freynell, Obrist in K. K Diensten, durchpass.

Eov. Hr. Kammergerichtsassessor v.

Huber, von Wezlar, durchpass

Eod Hr. Regier. Rath Petsch, von Nassau - Weilburg , durchpass.

Am 9 Jun. Hr. Graf von Wittgen- stein - Berlcnburg , Rittmeister von der Suite des regierenden Herrn Landgrafen zu Hessen Darmstadt, log im Einhorn.

Eod. Freiherr v Wolf, inK. Engli­schen Diensten, durchpass.

Eod. Hr. Lieutcn. v. Loßberg, in Hess. Cassel. Diensten, durchpass.

Gebohrne und Getaufte bei der Stadt- k i r c h e.

Am 15.Jun. Dem Burgern. Drechs­ler, Ernst Heinrich Matthias , ein Söhnl.

Beerdig /e.

Am ig.Jun. Dem Burgerin. Fuhr- niann, Johannes Hinkel, ein Töchterlein, alt 5 Jahre, starb an den Blattern.