Lieber
Die Steinkohlen und den Torf.
Verfolg.
An denjenigen Torfflächen, dieander Oberfläche der Erde liegen, haut oder brennt man die Heiderasen ab, um den darunter befindlichen Torf abzustechen und an der Sonne zu trocknen. In Westphalen grübt man ihn in einiger Tiefe, als einen schwarzen Lehm; man feuchtet ihn mit Sumpfwasser an, man reinigt ihn von Steinkohlen und Holz, und tritt ihn mit den Füssen solangebiö er zu einer zusammenhängenden Masse geworden.^ Hierauf schäft man seinen Torfteig in Schubkarren auf Anhöhen , wo er in Form eines Gartenbettes auögebreitet, gleich geschlagen , und vermittelst eines SpadenS zur Form von dicken Mauersteinen ausgesto-- chen und zcrtheilt wird. Wenn nun die Vierecke den größten Theil ihrer Feuchtigkeit verdunstet haben, und eine hinlängliche Härte erlangen, so setzt man fie in zugespitzten Haufen dergestalt auf, daß die Luft durchstreichen, und die Sonne den Torfaustrocknen kann. Ist die Mischung zu sandig, um an einander zu hängen, so durchknetet man fie nochmals, und drückt sie in kleine runde Töpfe, worin der Torfklumpe an der Luft getrocknet wird — So verfährt man damit in Westphalen.
In Holland steckt der Torf in tiefen Sumpfgründen. Man räumet daher die obere Steinrinde weg, und nimmt einen Haken an einer langen Stange und einem Fischernetze, welches man in 6 n Grund hinabsenkt, und damit die Müsse Kerauf- hohlt. Dann wird fie von allem Unrath gereinigt, geknetet und auf eine Anhöhe geschasst, abgetrocknet, und von den Bauern , deren Füsse mit Brettern besohlt find, getreten, und in dicke Vierecke abgetheilt, welche in zugespitzten Haufen trocken werden müssen.' In Frießland durchschneidet
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man den Sumrftodm mit einer Menge von ableitenden Gräben, um da- Torfland audzutrccknen. Diel Regen und Sonne laugt das brent Kare aus dem Torfe heraus, und macht ihn untauglich. Sandiger und lehmiger Torfgtebt mehr Rauch, als Giuth; der leichte und trockne verbrennt hingegen geschwind, aber mit Gestank, und vom schwarzen Torfe wird die Flamme blau , und der Geruch veranlaßt Kopfschmerzen. Der Torfruß des Rauches zerfließt in feuchter Witterung. Jtt der Asche findet man oft Kochsalz und Ei- senkörner. Aus den großen Torfbruchen entstehen nach ter Ausleerung, Fischteichs oder ein urbar gemachtes Land.
Vorfichtsrcgeln ;nr Zeit eines Ge- wirrers.
Der Mensch lebt vornämlich zur Zeit der Gewitter in einer Wolke von Ausdünstungen , welche die Arbeit des Herzens und die Thätigkeit des ganzen Körpers aus unfern Schweißlöchern herausdrangt. ES ist daher für uns Pflicht , zur Zeit eines Gewittersdicke, wollene, fchwitzizeKlei- der abzulegen, und lrichre, besonders leinene, oder feitne, anzuziehen, weil sich die Ausdünstungen darunter nicht so sehr anhäufen und verdichten ; denn das drückende , ängstliche Athemholen hei Gewittern erregt jederzeit den Schweiß mehr als sonst, da uns die ekektiische Materie zu verlassen sucht, und folglich unsre Ausdünstung beschleunigt, und durch ihren Beytritt riechbar macht. Man wasche sich also, ziehe reine, weite Kleider an, und vermeide alles, was uns Gestank oder Wohlgeruch machen könnte. Man halte sich also vorzüglich in schwülen Tagen reinlich.
Da sich die Ausdünstung schon durch den Druck der Luft selbst auf unfern Körper zur Gewitterzeit von selbst vermehrt, und unser Körper im Schweiße, Wolke für


