Ausgabe 
18.6.1796
 
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Lieber

Die Steinkohlen und den Torf.

Verfolg.

An denjenigen Torfflächen, dieander Oberfläche der Erde liegen, haut oder brennt man die Heiderasen ab, um den darunter befindlichen Torf abzustechen und an der Sonne zu trocknen. In Westpha­len grübt man ihn in einiger Tiefe, als einen schwarzen Lehm; man feuchtet ihn mit Sumpfwasser an, man reinigt ihn von Steinkohlen und Holz, und tritt ihn mit den Füssen solangebiö er zu einer zusam­menhängenden Masse geworden.^ Hierauf schäft man seinen Torfteig in Schubkar­ren auf Anhöhen , wo er in Form eines Gartenbettes auögebreitet, gleich geschla­gen , und vermittelst eines SpadenS zur Form von dicken Mauersteinen ausgesto-- chen und zcrtheilt wird. Wenn nun die Vierecke den größten Theil ihrer Feuchtig­keit verdunstet haben, und eine hinläng­liche Härte erlangen, so setzt man fie in zugespitzten Haufen dergestalt auf, daß die Luft durchstreichen, und die Sonne den Torfaustrocknen kann. Ist die Mischung zu sandig, um an einander zu hängen, so durchknetet man fie nochmals, und drückt sie in kleine runde Töpfe, worin der Torf­klumpe an der Luft getrocknet wird So verfährt man damit in Westphalen.

In Holland steckt der Torf in tiefen Sumpfgründen. Man räumet daher die obere Steinrinde weg, und nimmt einen Haken an einer langen Stange und einem Fischernetze, welches man in 6 n Grund hinabsenkt, und damit die Müsse Kerauf- hohlt. Dann wird fie von allem Unrath gereinigt, geknetet und auf eine Anhöhe geschasst, abgetrocknet, und von den Bau­ern , deren Füsse mit Brettern besohlt find, getreten, und in dicke Vierecke abgetheilt, welche in zugespitzten Haufen trocken wer­den müssen.' In Frießland durchschneidet

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man den Sumrftodm mit einer Menge von ableitenden Gräben, um da- Torf­land audzutrccknen. Diel Regen und Sonne laugt das brent Kare aus dem Torfe heraus, und macht ihn untauglich. San­diger und lehmiger Torfgtebt mehr Rauch, als Giuth; der leichte und trockne ver­brennt hingegen geschwind, aber mit Ge­stank, und vom schwarzen Torfe wird die Flamme blau , und der Geruch veranlaßt Kopfschmerzen. Der Torfruß des Rau­ches zerfließt in feuchter Witterung. Jtt der Asche findet man oft Kochsalz und Ei- senkörner. Aus den großen Torfbruchen entstehen nach ter Ausleerung, Fischteichs oder ein urbar gemachtes Land.

Vorfichtsrcgeln ;nr Zeit eines Ge- wirrers.

Der Mensch lebt vornämlich zur Zeit der Gewitter in einer Wolke von Ausdün­stungen , welche die Arbeit des Herzens und die Thätigkeit des ganzen Körpers aus unfern Schweißlöchern herausdrangt. ES ist daher für uns Pflicht , zur Zeit eines Gewittersdicke, wollene, fchwitzizeKlei- der abzulegen, und lrichre, besonders lei­nene, oder feitne, anzuziehen, weil sich die Ausdünstungen darunter nicht so sehr anhäufen und verdichten ; denn das drü­ckende , ängstliche Athemholen hei Gewit­tern erregt jederzeit den Schweiß mehr als sonst, da uns die ekektiische Materie zu verlassen sucht, und folglich unsre Aus­dünstung beschleunigt, und durch ihren Beytritt riechbar macht. Man wasche sich also, ziehe reine, weite Kleider an, und vermeide alles, was uns Gestank oder Wohlgeruch machen könnte. Man halte sich also vorzüglich in schwülen Tagen rein­lich.

Da sich die Ausdünstung schon durch den Druck der Luft selbst auf unfern Kör­per zur Gewitterzeit von selbst vermehrt, und unser Körper im Schweiße, Wolke für