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Bewährte Arzneimittel für D-s Rindvieh, Schweine, wie gach Mnse und Häner.

Für den Brand.

Wenn ein V'.eh jehling krank wird, vnd immer steckstill stehet , das ist eine An­zeige, daß es den inwendigen Brand hat; so nimm ganzen Schwefel, weisse Kreide und Schießpulver, dieses alles klein gesto­ßen, von jedem einen halben löffel voll, nimm auch dazu ein neugelegtes Ei, die­ses alles mit frischem Essig vermischt, und dem V;eh eingeschüttet, hernach binde man es bei dem Kopf eine Viertelstunde über sich auf, es hilft bald und wird gesund.

Ein anderes Mittel fär den inwendizen Brand.

Nimm 4 oder 5 Löffel voll Schuhma- eherschwärze und von blauen oder weissen Lilien die Wurzel klein geschnitten und ein wenig zerstoßen, nimm auch dazu einen halben Löffel voll Schießpulver, thue das Pulver zerreiben, dieses alles mit etwas Kuhwarmer Milch vermischt, dem Vieh sogleich eingeschüttet, hilft von Stund an.

So man aber keine Schuhmacher- schwarze so bald haben kann , so nimm zwei Löffel voll Asche, einen halben Löffel voll Schießpulver, und einen Schopven Kuh- warme Milch; dieses wird dem Vieh mit­einander eingeschüttet, und hilft gewiß.

So aber der Brand dem Vieh an ei­nen Fuß kommt, so schwillt derselbe auf und zittert, es kan nicht darauf stehen, und man muß zusehen und den Fuß greiffen, wo es der Brand getroffen har, blähet sich die Haut ein wenig auf, rauschet und flit­schet , wenn man es angreift, alsdann streich es wacker hinab gegen den Klauen, nimm eine Schnur von einem Meelsack, vnd binde solche um den Fuß ganz fest, daß tzrr Brgnd nicht weiter hinaufgehen kann,

darnach unter dem Brand abwärts die auf­geblähte Haut eines Fingers lang ausge­schnitten, und mit Brandwein und gesalze­nen Essig ausgewaschen, so wird der Brand gelöscht und gehet nicht weiter; wann daS Vieh wieder auf dem Fuß stehen kann, so nimmt man die umgebundene Schnur wie­der ab. Man muß aber fleißig Acht haben, es kommt bisweilen auch an den andern Fuß, und so verfahre man auf die nem- liche Art; so aber die Haut nicht rauschet oder aufgeblähet ist, sv mache von Reb- Aschen eiue Lauge, nimm Grißmilch dar­unter , daß es mit einander eine Maas ist, so man aber keine Geißmilch haben kann, nimm für 4 Kreuzer Baumöl unter die Lauge, schütte es dem Vieh ein, so bald du etwas wahrnimmst.

Wenn aber der Brand über sich ist, so nimm ein scharfes Messer, schneide damit die Haut auf, drücke den Unrath heraus, und nimm Lärmen, mache diesen mit Essig zu einem Pflaster, und binde cs darauf, es zieht den Gfft heraus, und schadet dem Vieh nichts ; oder nimm ein Laßeifen, schärfe die Haut allenthalben damit auf, so weit eS der Brand eingenommen hat, es gehet sodann ein blauer Dunst heraus, darnach laß es also bleiben ; es muß aber im An­fang geschehen, ehe noch 24 Stunden ver­gangen sind, und so wird daö Vieh beim Leben erhalten.

den kalten Brand.

Wenn ein Vieh den kalten Brand be­kommen hat, so ist et zu erkennen, wenn man ihm die Haut auf dem Rücken auf­zieht , so kracht es, die Ohren und das Maul ftynd ihm kalt; ziehe ihm die Haut mit den Händen auf dem Rücken auf bis über das Kreuz heraus , darnach schneide ihm ein halb Glied läng in beide Ohren­spitzen , und streiche da» kalte Blut aus den Ohren heraus/ und am Ende des Schwan-